Am Aschermittwoch ist alles vorbei, heißt es in einem Faschingslied aus den Fünfzigerjahren. In der Tat, es ist vorbei mit Umzügen, Bällen und T-Rex-Kostümen. Nun beginnt die 40-tägige Fastenzeit, zumindest in römisch-katholisch geprägten Gegenden, und damit eine Zeit strenger Regeln für Gläubige und Ordensangehörige in Klöstern. Letztere legten sich bereits im Mittelalter Strategien zurecht, um diese Zeit der Entbehrung zu überstehen. In manchen Klöstern wurde der in und am Wasser lebende Biber kurzerhand zum Fisch erklärt, denn Fleisch war - bis auf an Sonn- und Feiertagen - tabu. Flüssigkeit war erlaubt, und so brauten die Klöster, die ihr Bier in der Regel selbst herstellten, dieses in der Fastenzeit etwas stärker. Im Kloster St. Gallen schrieb man schon im Jahr 800 Wissenswertes über Starkbier auf, berichtet die Stiftung Kulturerbe Bayern. In München meinen viele, die Starkbierzeit sei auf Paulaner und den Nockherberg beschränkt, was mit daran liegt, dass der aus Italien stammende Orden der Paulaner 1629 dank königlichen Privilegs ganz offiziell sein Starkbier brauen durfte. Was Starkbier tatsächlich ausmacht, ist seine Stammwürze, der Gehalt liegt bei mindestens 16 Prozent. Gebraut wird es auch über das Ende der Fastenzeit hinaus - man denke nur an den Maibock.
Aktuelles LexikonStarkbier
Ein Getränk, das Ordensleute im Mittelalter vor allem in der Fastenzeit schätzten. Und das es nicht nur in München gibt.
Von Johanna Pfund