Der Begriff der "Sonderkommission" besagt bereits, dass es sich um etwas Besonderes handelt: um eine polizeiliche Einheit, die sich um einen ganz speziellen Fall kümmert, ein Kapitalverbrechen meist. In der Regel gehören ihr mindestens 20 Beamtinnen und Beamte an. Die Sonderkommission, kurz Soko, löst sich wieder auf, wenn der Fall gelöst ist oder die Hoffnung auf eine Lösung schwindet. Sokos, die über Jahrzehnte hinweg an verschiedenen Fällen arbeiten, gibt es im wirklichen Leben nicht. Hier kommt nun das Fernsehen ins Spiel. Seit 1978 zählt die im ZDF ausgestrahlte "Soko München" - bis 2015 "Soko 5113" - zu den beliebtesten deutschen Krimiserien. Als Erfinder gilt der Kriminalist Dieter Schenk, der den Polizeialltag so realistisch wie möglich zeigen wollte - nur bei dem Namen der Ermittlungsgruppe schummelte er. Vermutlich vermittelt die "Soko" schon lautmalerisch Nervenkitzel. Mittlerweile wimmelt es im ZDF-Programm von Soko-Krimis, deren Hauptzweck es zu sein scheint, malerische Stadt- und Landschaftsbilder zu zeigen. Das Münchner Team legte mit der Folge vom Dienstag seinen Dienst nieder. Falls die "Soko" als Titel irgendwann ihren Reiz verlieren sollte, bietet sich als Nachfolgerin die "BAO" an. Sokos sind häufig Teil einer "Besonderen Aufbauorganisation" der Polizei.
Aktuelles LexikonSoko
Die Sonderkommission ist im Alltag der Polizei nicht von Dauer - im Fernsehen aber sehr wohl.
Von Josef Kelnberger