Es sei „der erste Schritt auf dieser gemeinsamen Reise“, so blumig beschrieb Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson Ende vergangener Woche beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij den Deal, den sein Land nun mit Kiew abschließt. Die Ukraine soll bis zu 150 Kampfjets des Typs Saab JAS 39 Gripen (schwedisch für „Greif“) erhalten und als Erstes 20 Flugzeuge des modernsten Typs Gripen E kaufen. Quasi als Geschenk bekommt sie außerdem bereits 2027 weitere 16 Jets der älteren Modelle C/D. Schweden hat eine eigene Kampfjet-Industrie und hat den Gripen unter anderem nach Ungarn, Brasilien, Südafrika und Thailand verkauft. Das einstrahlige Kampfflugzeug gilt als kostengünstig, äußerst robust und ist für viele Aufgaben geeignet, das schwedische Kürzel JAS steht für „Jagd, Angriff und Aufklärung“. Schwedens Luftwaffe fliegt den Gripen seit 1996. In der Ukraine könnte der Gripen eine Lücke füllen, denn er kann auch weitreichende Meteor-Raketen abschießen. Mit diesen könnte die ukrainische Luftwaffe erstmals angreifende Bomber, welche aus großer Distanz die gefürchteten Gleitbomben auf Kiew und andere Ziele abfeuern, schon tief im russischen Hinterland treffen.
Aktuelles LexikonWas ist der „Gripen“?

Der vielseitige Kampfjet aus Schweden soll der Ukraine einen Vorteil gegen russische Bomber verschaffen. Die ersten 16 Exemplare gibt es geschenkt.
Von Joachim Käppner
