Gern wird beklagt, dass die Online-Bestellerei immer mehr wird, gehetzte Boten bei sämtlichen Nachbarn klingeln, bis sich jemand findet, der die Sendung in Abwesenheit des Empfängers entgegennimmt, und dass Lieferwagen voller Pakete die Straßen verstopfen. Weniger bekannt ist, dass sich das Problem dadurch noch weiter vergrößert, weil viele Kunden ihre Order gar nicht haben wollen - sei es, weil das Kleid doch nicht so hübsch aussieht oder die Herrenweste rätselhafterweise am Bauch nicht schließen will, obwohl dieselbe Größe vor 27 Jahren noch einwandfrei gepasst hat. Dann geht die Ware kostenlos zurück auf die Reise, als Retoure. Das Wort stammt aus dem Französischen, von retour für zurück. Die Retoure ist Ausdruck des in Paragraf 312g des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelten Widerrufsrechts des Kunden, der ja ein Produkt kauft, das er zuvor nicht selbst gesehen hat, wie einst im guten alten Laden. Das Gesetz spricht hier von "Fernabsatzverträgen". Die Frist zur Rückgabe beträgt meist 14 Tage. Da die Rückgabequote in manchen Branchen fast bei der Hälfte liegt, haben einige Modehäuser nun Gebühren eingeführt. Dass sich allerdings eine Katze in einem Retourenpaket aus Hamm fand, lag nicht an einem unzufriedenen Kunden: Das Tier war in die offene Kiste gehüpft und darin eingeschlafen, ohne dass der Besitzer es bemerkt hatte.