„Reserve hat Ruh“ hieß, in Anlehnung an ein älteres Soldatenlied, 1931 eine Militärkomödie, die mit großem Erfolg in den Lichtspielhäusern lief; der harmlose, minimal kritische Schwank war freilich bald vergessen, als die Nazis dann den Krieg planten und auch die Reservisten dienen mussten. Als Reserve versteht man in allen Armeen den Pool früherer Soldaten und Soldatinnen, auf welche die Streitkräfte bei Bedarf zurückgreifen können. Im Bundeswehrdeutsch: „Zur Entlassung anstehenden Soldatinnen und Soldaten wird durch den Dienstherren die Absicht angezeigt, sie temporär für den Fall der Feststellung des Spannungsfalls oder Verteidigungsfalls oder des Bereitschaftsfalls auf einem bestimmten Dienstposten einzusetzen.“ Dies betrifft sowohl Zeit- und Berufssoldaten wie auch freiwillig Wehrdienstleistende. In Friedenszeiten vollzieht sich diese „Grundbeorderung“ inklusive regelmäßiger Übungen auf freiwilliger Basis, im Spannungsfall aber nicht. Im Zuge der Stärkung der Bundeswehr soll es dort künftig etwa 100 000 auch in Kampftruppen eingegliederte Reservisten mit festen Aufgaben geben. Im Verteidigungsministerium wird das Potenzial an Reservisten auf 770 000 Menschen geschätzt; viele von ihnen müssten freilich eigens nachgeschult werden oder entsprechen körperlich nicht mehr den Ansprüchen.
Aktuelles LexikonReservisten
Soldaten und Soldatinnen, die nach ihrer aktiven Dienstzeit weiterhin den Streitkräften zur Verfügung stehen und welche die Bundeswehr verstärkt heranziehen will.
Von Joachim Käppner