Aktuelles Lexikon:Proxy

Er ermöglicht etwa den Zugang zum Internet, auch und gerade wenn die Behörden dies unmöglich machen wollen.

Von Helmut Martin-Jung

Was man nicht selber machen will, überlässt man einem Stellvertreter. Wenn es um Verbindungen ins Internet geht, spricht man dabei von einem Proxy. Dabei handelt es sich um Rechner, über die beispielsweise für eine Firma die Verbindungen aller Computer ins Internet hergestellt werden. Ein Computer verbindet sich also zunächst mit dem Proxy, erst dieser leitet die Anfrage dann weiter an die Webseite, die eigentlich aufgerufen wurde. Bei den Internetseiten, die über einen Proxy abgerufen werden, erscheinen alle Computer, die den Proxy nutzen, unter einer einzigen IP-Adresse. Proxys lassen sich als Filter nutzen und als erste Verteidigungslinie für das Netzwerk aus Computern, das daran etwa in einem Unternehmen angeschlossen ist. Ein Proxy kann auch eine gewisse Anonymität herstellen oder - wie aktuell in Iran - den Zugang zu Internetdiensten wie Twitter ermöglichen, auch wenn die Behörden ihn zu blockieren versuchen. Wichtig ist dabei aber zu wissen, ob man dem Anbieter des Proxys vertrauen kann. Denn dieser hat die volle Kontrolle über den Datenstrom, der durch ihn läuft. Ein Proxy ist beispielsweise in der Lage, Inhalte von Webseiten zu manipulieren, indem bestimmte Begriffe durch andere ersetzt werden. Mithilfe von Proxys kann auch der Zugriff auf bestimmte Webseiten gesperrt werden.

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