Aktuelles LexikonPermafrost

Vereiste Schicht im Boden, welche durch den Klimawandel immer mehr taut – mit verhängnisvollen Folgen.

Von Victoria Gebler

Der Begriff Permafrost beschreibt einen Untergrund, dessen Temperatur zwei Jahre ununterbrochen unter dem Gefrierpunkt liegt. Der Frost kann verschieden weit in den Boden hineinragen. Die obere Schicht taut jeden Sommer auf und gefriert im Winter wieder. Diese Auftauschicht aber wird im Zuge der Erderwärmung immer größer. Selbst jahrtausendelang gefrorene Böden tauen jetzt. Für das Klima haben Permafrostböden eine wichtige Bedeutung, sie gelten als einer der wichtigsten Kohlenstoffdioxid- und Methanspeicher. Auftauende Böden aber setzen die Klimagase frei, was wiederum die Erwärmung der Erde beschleunigt. Ein endloser Kreislauf. Nicht nur in polaren und subpolaren Gebieten in Sibirien und Nordamerika kommt Permafrost vor. Ab einer Höhe von 2500 Metern stabilisiert der permanent gefrorene Boden auch die Oberfläche vieler Berge etwa an der Zugspitze. Die Erderwärmung führt vermehrt zu Felsstürzen, so müssen in der Schweiz gefährdete Häuser aufgegeben werden und vielleicht sogar bald ganze Bergdörfer, die durch Steinschläge und Geröllhalden bedroht sind. Im Permafrost war nicht nur Superheld Captain America gefangen. Immer wieder werden im tauenden sibirischen Permafrost mumifizierte Tiere gefunden, darunter Mammuts und kürzlich ein Säbelzahntiger-Junges. 

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