"Milliarden von Menschen haben keinen Zugang zum Evangelium ... Als Botschafter von Jesus wollen wir Gottes Liebe weitergeben und gerade dort, wo Menschen ihn noch nicht kennen, viele zu einem Leben mit Jesus einladen." So beschreibt die Deutsche Missionsgesellschaft den Sinn ihrer weltweiten Tätigkeit. In Mali hat eine islamistische Gruppe nun einen entführten deutschen Missionar freigelassen. Anders als das Judentum sind Christentum und Islam von jeher missionierende Religionsgemeinschaften gewesen. So sagt Jesus im Matthäusevangelium den Jüngern: "Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." In der Spätantike und im frühen Mittelalter kamen über die "Heidenmission" die germanischen und slawischen Völker zum christlichen Kulturkreis, nicht selten, wie in den Sachsenkriegen Karls des Großen, auch mit brutaler Gewalt, erst recht bei der Eroberung Mittel- und Südamerikas durch die Spanier im 16. Jahrhundert. In der Ära des Kolonialismus berichteten Missionare der unterschiedlichsten Art als Erste über indigene Völker, die ihrerseits beklagten: Erst kämen Prediger der Nächstenliebe, dann Männer mit Kanonen. Auch wenn die christliche Mission heute auf humanitäre Arbeit setzt, lastet dieses Erbe schwer auf ihr.
Aktuelles LexikonMissionar
Vermittler christlichen Glaubens, die spätestens seit dem Kolonialismus an einem schweren Erbe tragen
Von Joachim Käppner
