Aktuelles Lexikon:Minute

Von den Griechen bis zur Nasa: Was der 60. Teil einer Stunde bedeutet.

Von Marlene Weiß

Eine Minute kann sich lang anfühlen, wenn man sie mit Dingen wie Geburtswehen, Warten auf den Bus oder in einer sehr langweiligen Veranstaltung verbringt. Sie kann aber auch ganz kurz sein, morgens im Bett noch einmal umgedreht oder einmal schnell durch Twitter gescrollt, und schon sind wieder zehn Minuten rum, das menschliche Zeitempfinden ist für praktische Zwecke eigentlich nicht zu gebrauchen. Dabei ist die Minute, rein sprachlich betrachtet, eindeutig eher kurz als lang: das lateinische "Minuta" bedeutet "kleiner Teil". Schon vor mehr als 2000 Jahren teilten griechische Mathematiker Kreise, später auch Winkelgrade in sechzig Teile ein, was auf die Zahlensysteme der Babylonier und der Sumerer zurückgeht. Die Bezeichnung "Minute" für den sechzigsten Teil der Stunde etablierte sich aber erst viel später, verbreitet wurde sie erst im 16. Jahrhundert mit der Entwicklung von Uhren, die in der Lage waren, solche Zeiteinheiten zu messen. Technisch hat sich seit damals einiges getan, sodass der Mensch heute nicht nur sogar im Attosekundenbereich messen, sondern auch Himmelskörper aus ihrer Bahn stoßen kann. Wie die Nasa nun mitteilt, ist das Ende September tatsächlich gelungen: Der Einschlag ihrer Sonde hat die Zeit, die der Asteroid Dimorphos für eine Umrundung seines großen Bruders Didymos braucht, um 32 Minuten verkürzt.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema