Aktuelles LexikonLockdown

Von Nadia Pantel

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Am 26. April gingen Bilder aus Spanien um die Welt, auf denen einfach nur zu sehen war, wie Kinder draußen spielen. Kinder auf Tretrollern, Kinder mit Fußball. Diese Alltagsszenen waren deshalb eine Neuigkeit, weil sie sechs Wochen lang verboten waren. Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, durfte zum Spazieren nur raus, wer einen Hund an der Leine hatte. Kinder blieben drinnen. Auch in Frankreich galt während der sogenannten ersten Corona-Welle eine strenge Ausgangssperre. 55 Tage lang durften die Menschen nur einmal am Tag für maximal eine Stunde vor die Tür. Sie durften sich nicht weiter als einen Kilometer von ihrer Wohnung entfernen und mussten zudem einen Passierschein ausfüllen. Die Mehrheit der schwer von Covid-19 betroffenen Ländern führte in der einen oder anderen Form Ausgangsbeschränkungen ein. Eine große Ausnahme in Europa bildete dabei Deutschland. Dort waren zwar zum Beispiel Spielplätze gesperrt, doch jeder konnte, so oft und so lange wie er wollte, durch Straßen oder Wälder spazieren. Wer nun vor einem "erneuten Lockdown" in Deutschland warnt, vergisst, dass es bisher schlicht keinen gegeben hat. Der aus dem Englischen entlehnte Begriff Lockdown bezeichnet im Zusammenhang mit Corona eine Massenquarantäne, bei der strenge Ausgangsbeschränkungen gelten. In Deutschland gab es bisher vereinzelt lokale Ausgangssperren, jedoch keinen landesweiten Lockdown.

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