Aktuelles LexikonHer Majesty

Die korrekte Anrede für die Queen, für Kaiser und Königinnen - die republikanischen Ursprungs ist.

Von Jan Bielicki

Dieses Mal soll es besser laufen. Fehler wie bei der TV-Übertragung des 60. Krönungsjubiläums von Königin Elizabeth II. vor zehn Jahren soll es nicht geben, hat der britische Sender BBC versprochen. Damals hatte ein BBC-Kommentator die Queen als Her Royal Highness bezeichnet. Geht natürlich gar nicht in den Ohren titelpusseliger Royalisten. Der mindere Titel Ihre/Seine Königliche Hoheit adressiert die prinzlichen Mitglieder der Familienbande Ihrer Majestät. Gegenüber der Jubilarin selbst gilt immer noch die Anrede Her Majesty, im internationalen Gebrauch Her Britannic Majesty. Im Namen Ihrer Britannischen Majestät sind etwa die Pässe ihrer britischen Untertanen ausgestellt; Ihre Majestät selbst brauchen übrigens keinen Pass. Das Wort ist paradoxerweise republikanischen Ursprungs: Maiestas war der lateinische Begriff für die Größe der römischen Republik, deren Herabwürdigung als Laesa Maiestatis, also Majestätsbeleidigung, bestraft wurde. Später verkörperten die Kaiser den Staat, und in dieser Tradition ging die Majestät in der frühen Neuzeit auf Königinnen und Könige über. Im Deutschen haben Majestäten gar ein eigenes Pronomen - und das nicht erst infolge von Gender-Debatten: Ehrerbietig korrekt ist ein König nicht er, eine Königin nicht sie, das Fürwort für eine Majestät ist "Allerhöchstdieselbe(n)".

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