Aktuelles LexikonHalbschlaf

Ein verbreitetes Alltagsphänomen, das sich nur allzu leicht einstellt.

Von Werner Bartens

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Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zumeist recht aufgeweckt gezeigt, wenn es darum ging, Entschlossenheit zu demonstrieren. Die Versuche, die Seuche einzudämmen, mussten im Freistaat immer ein bisschen entschiedener wirken als anderswo im Land. Auch als der Teil-Lockdown in dieser Woche bis zum 10. Januar verlängert wurde, gab Söder zu bedenken, ob die bisherige "Art von Halbschlaf" ausreiche und nicht konsequentere Maßnahmen nötig seien. Die Medizin kennt den Sekundenschlaf, der übermüdeten Autofahrern auf monotonen Strecken droht. Zudem werden verschiedene Schlafphasen unterschieden, etwa der Leichtschlaf und der Tiefschlaf, die anhand unbewusster Augenbewegungen (REM-Phasen) und der mittels EEG abgeleiteten Gehirnaktivität klassifiziert werden. Der Halbschlaf wird umgangssprachlich auch als Dösen bezeichnet. Er gilt bisher nicht als pathologisch, sondern hat sich als ein verbreitetes Alltagsphänomen etabliert, das sich häufig in parlamentarischen Debatten, öden Schulstunden, stickigen Hörsälen oder während langatmiger Wortmeldungen einstellt. Im Gegensatz zum erholsamen Powernap geht der Halbschlaf mit einem Zustand gedrosselter Aufmerksamkeit und gedämpfter Aktivität einher; das unmerkliche Abgleiten in Traumwelten ist nicht ausgeschlossen.

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