Aktuelles LexikonFracking

Das Verfahren zur Gewinnung von fossilen Brennstoffen aus undurchlässigen Lagerstätten steht in der Kritik - aber will man russische Importe schnell ersetzen, geht es kaum ohne Fracking-Gas.

Von Marlene Weiß

Öl und Gas können im Untergrund auf verschiedene Weise gespeichert sein. In konventionellen Lagerstätten sammeln sich Öl oder Gas in durchlässigem, porösen Gestein unterhalb einer Barriereschicht. Bohrt man dieses Lager an, strömen die fossilen Brennstoffe nach oben oder können emporgepumpt werden. Zu den unkonventionellen Vorkommen hingegen gehören etwa Ölsande, aber auch Gas oder Öl in undurchlässigem Gestein, etwa in Sandsteinschichten ("Tight Gas", "Tight Oil") oder in Tonstein ("Schiefergas"). Um diese Vorkommen zu nutzen, muss unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien ins Gestein gepresst werden, um es so aufzureißen, dass die Bodenschätze entweichen können. Die Methode namens "Hydraulic fracturing" oder kurz Fracking hat es vor allem in Nordamerika ermöglicht, die Fördermengen in den vergangenen Jahren drastisch zu steigern, in den USA werden inzwischen zwei Drittel der Erdöl- und Erdgasproduktion per Fracking gewonnen. Es steht jedoch wegen Umweltrisiken und Klimaschäden in der Kritik, unter anderem, weil relativ viel Methan dabei unkontrolliert entweicht oder sinnlos abgebrannt wird. In Deutschland ist kommerzielles Fracking verboten. Um russisches Gas zu ersetzen, wird die EU jedoch künftig deutlich mehr Flüssiggas aus den USA beziehen, das überwiegend durch Fracking gewonnen wird.

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