Aktuelles LexikonFeuern

Eine unfreundliche Art, einem Mitarbeiter den Stuhl vor die Tür zu stellen - und populär geworden durch Donald Trump.

Von Meredith Haaf

Zu den Merkmalen der Trumpifizierung, der sich die Republikaner in den USA in den vergangenen Jahren unterzogen haben, gehört der intensive Gebrauch des Begriffs "to fire someone", zu Deutsch "jemanden feuern". Zuletzt betrieben Republikaner eine Kampagne im Wahlkampf mit dem Slogan "Nancy Pelosi feuern"; seiner Freude über die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieh der neue Sprecher Kevin McCarthy mit den Worten Ausdruck: "Wir haben Pelosi gefeuert." Das Feuern steht allerdings in diesem Kontext etwas unbeholfen, da es in der Regel für die unfreundliche Entlassung von Untergebenen, und nicht von politischen Gegnern, verwendet wird. Die Metapher kursiert schon lange im Sprachgebrauch, endgültig popularisiert wurde sie aber von Donald Trump, der in seiner Eigenschaft als Immobilien-Mogul einst Star einer Castingshow namens "The Apprentice" war. "You're fired" - du bist gefeuert - war in dieser Sendung Trumps Markenspruch, wenn wieder ein hoffnungsvoller Teilnehmer die Sendung verlassen musste, und damit auch seinen Job bei Trump verlor. Der etymologische Hintergrund könnte auf das Arbeitsrecht im britischen Bergbau des 19. Jahrhunderts zurückgehen. Minenarbeiter mussten damals ihre Werkzeuge selbst stellen; verlor einer wegen Fehlverhaltens seine Arbeit, wurde sein Werkzeug in Brand gesetzt - verfeuert.

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