Als sich die deutsche Polarstern 2019 in der Nähe des Nordpols einfrieren ließ, brachte die Besatzung viel Zeit mit. Um Daten über den Ozean, das Eis und die Atmosphäre zu sammeln, drifteten die Wissenschaftler ein Jahr lang durch den Arktischen Ozean. Ihr Forschungsschiff hat das ausgehalten, weil es stärkere Stahlwände und einen kräftigeren Motor hat als normale Schiffe. Mit seinen knapp 20 000 PS kann es bis zu 1,5 Meter dickes Eis durchbrechen. Russland hat schon den siebten schweren Eisbrecher auf Kiel gelegt, der mit der vierfachen Leistung auch doppelt so dickes Eis knackt. Solche Spezialschiffe sind mit einer Länge von bis zu 200 Metern nicht übermäßig lang und erinnern optisch an übergroße Hafenschlepper. Die Bundeswehr hat seit 2006 keinen Eisbrecher mehr, aber auch das US-Militär verfügt offenbar nur über drei einsatzfähige Schiffe dieser Art. 2024 hatten die USA, Kanada und Finnland eine Kooperation zum Bau neuer Eisbrecher beschlossen. Nun hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigt, dass auch die EU Bedarf hat. Sie werde ihre Mehrausgaben im Verteidigungssektor „für eine europäische Eisbrecher-Flotte und andere für die Sicherheit der Arktis lebenswichtige Ausrüstung“ nutzen.
Aktuelles LexikonWas ist ein Eisbrecher?

Schiff, das mit starkem Motor und dicken Wänden auch in der Polarregion vorwärtskommt. In der EU bisher nicht in Flottenstärke vorhanden.
Von Joachim Becker
