Aktuelles Lexikon:Diakonat

Ein wichtiges Amt der katholischen Kirche, das Frauen verwehrt ist - noch.

Von Annette Zoch, München

Der Begriff "Diakon" stammt aus dem Altgriechischen und heißt übersetzt so etwas wie Helfer, Knecht oder Bote. Und so wirkten Diakone zunächst auch in der frühen Kirche - vor allem in der Armen- und Krankenpflege oder als Gehilfen des Bischofs. In den ersten christlichen Gemeinden übten auch Frauen diese Aufgabe aus. Strittig ist, ob sie auch geweiht wurden wie Männer - auch wenn es frühe Konzilsdokumente gibt, in denen Weiheriten für Frauen festgehalten sind. Heute gehören Diakone zum Klerus, sie sind also keine Laien und empfangen sogenannte "niedere Weihen". Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil war das Diakonat eine reine Durchgangsstation zur nächsthöheren Stufe, dem Priester. Seit dem Konzil existiert es wieder als eigenständiges Amt, und sogar verheiratete Männer können Diakone werden - aber nur, wenn sie zum Zeitpunkt der Weihe bereits in einer gültigen christlichen Ehe leben. Frauen allerdings ist das Diakonat verwehrt, weil es bislang an die Weihe geknüpft ist. Im Zuge der kirchlichen Reformdebatten überall auf der Welt nimmt der Druck auf den Vatikan zu, das Diakonat für Frauen zu öffnen. Auch einige deutsche Bischöfe zeigen sich offen für das Diakonat der Frau, gerade erst hat sich Münchens Erzbischof Kardinal Reinhard Marx wieder dazu geäußert. Papst Franziskus hat bereits zwei Kommissionen berufen, die die Rolle der frühen Diakoninnen untersuchen sollen. Bislang lehnt Franziskus Weiheämter für Frauen aber strikt ab.

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