Aktuelles LexikonDiät

Eine gesunde und heilsame Ernährungsweise, die es häufig nicht über das Stadium des Vorhabens hinausbringt.

Von Johanna Pfund

Beim Stichwort "Diät" zucken die meisten zusammen. Es klingt nach Verzicht, nach langen Tagen, an denen man die Stunden bis zur nächsten erlaubten Mahlzeit zählt, die dann aus zwei, drei Salatblättern und einem Knäckebrot mit Magerquark besteht. Vermutlich deshalb wird die Ernährungsstrategie, die Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir diese Woche vorgestellt hat, daher erst einmal wenig Enthusiasmus auslösen. Schnell hat sie auch in den Medien die Bezeichnung "Deutschland-Diät" erhalten. Weniger Zucker, weniger Fett, weniger Salz sollen die Bürgerinnen und Bürger zu sich nehmen. Das dient zweifelsohne der Gesundheit, bedarf aber einer manchmal schmerzhaften Überarbeitung des Essenplans. Von allzu rigiden Vorschriften hat sich die Vorreiterin der Diät-Philosophie in Deutschland, die Frauenzeitschrift Brigitte, schon des Längeren verabschiedet. 1969 bot sie ihren Leserinnen die erste Diät, damals war die schlanke Figur noch oberstes Ziel. Mittlerweile hat die Brigitte statt strikter Essensvorgaben die gesamte Lebensführung im Blick - wie auch Özdemir mit seiner Ernährungsstrategie. Dies entspricht der Bedeutung des altgriechischen diata, Lebensführung oder Lebensweise. Die Diäten der Abgeordneten haben denselben sprachlichen Ursprung. Ob sie zu üppig ausfallen, darüber wird so gern gestritten wie über die richtige Menge an Weihnachtsplätzchen.

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