Aktuelles LexikonArtillerie

Militärischer Sammelbegriff für Waffen, die nun im Donbass eingesetzt werden.

Von Sebastian Gierke

"Auch das, was man in einem Artilleriegefecht einsetzen kann", will Bundeskanzler Olaf Scholz nun der Ukraine liefern. Und hat damit wieder einen Weg gefunden, keine konkrete Aussage zur Lieferung schwerer Waffen zu treffen. Dabei ist mit Artillerie zweifelsohne die Gattung der schweren Waffen gemeint. Artillerie, das sind großkalibrige Geschütze, auch Raketenwaffen werden heute so genannt. Militärisch von Bedeutung in der Ukraine sind aktuell vor allem selbstfahrende Panzerhaubitzen (im Unterschied zu solchen, die von Zugmaschinen bewegt werden) und Raketenwerfer. 155-Millimeter-Geschosse, die bei der Nato der Standard sind, haben eine Reichweite von ungefähr 50 Kilometern. Die meisten Artilleriegeschosse sind vergleichsweise ungenau. Es werden oft ganze Areale beschossen, nicht ein einzelnes Ziel. Vorstöße von Bodentruppen werden meist durch tagelanges Artilleriefeuer vorbereitet. Artillerie ist auch psychologisch gefürchtet. Wer sie abfeuert, sieht das Ziel nicht, wer beschossen wird, sieht den Angreifer nicht. Aufklärende Artillerie ist deshalb für Verteidiger extrem wichtig, also Radarsysteme oder Drohnen, die erkennen, von wo aus die eigenen Stellungen beschossen werden. Auch solche Systeme könnte Scholz also meinen, wenn er davon spricht, was in einem Artilleriegefecht eingesetzt werden kann.

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