Man hätte es ja nicht gedacht, aber manche in der SPD verspüren inzwischen eine gewisse Sehnsucht nach Gerhard Schröder. Viele fühlen sich in der aktuellen Reformdebatte an den heute 81-jährigen Altkanzler erinnert. Der mag im Ansehen vieler Genossen nur kurz vor Iwan dem Schrecklichen kommen, was nicht nur an Schröders merkwürdigem Hang zu Wladimir Putin liegt, den er nach seiner Kanzlerschaft (1998 – 2005) entwickelte. Als Regierungschef verantwortete Gerhard Schröder neben dem Nein zur deutschen Beteiligung am völkerrechtswidrigen Irakkrieg der USA auch die Arbeitsmarktreform „Agenda 2010“. Freilich halten weite Teile der SPD die Agenda trotz ihrer späteren Erfolge für einen sozialdemokratischen Sündenfall. Aber Schröder holte in seiner Zeit Ergebnisse von weit mehr als 30+ Prozent. Und manche hoffen leise, dass der große Reformkatalog, den sein früherer Assistent Lars Klingbeil, der heutige SPD-Co-Vorsitzende, nun vorlegte, die zuletzt bös geschrumpfte Partei wieder aufwärts führt. Optimisten in der SPD nennen ihn jedenfalls schon einmal „Gerhard Klingbeil“.
GeschichtsbildAgenda gestern. Und heute?

Inzwischen verspüren in der SPD manche eine gewisse Sehnsucht nach Gerhard Schröder. Dieser verantwortete die Arbeitsmarktreform „Agenda 2010“. Sein früherer Assistent Lars Klingbeil legte jetzt eigene Ideen vor.
Von Joachim Käppner
