Europa- und Kommunalwahlen in den neuen Bundesländern:Das geteilte Land

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Wo die Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien sich zur Demokratieverachtung ausgewachsen hat: AfD-Wahlplakate an einem Lichtmast in Dresden. (Foto: Robert Michael/dpa)

Viele AfD-Wähler in Ostdeutschland sind keine Protestwähler: Sie haben kein Problem mit rechtsextremen Positionen, sie tragen diese mit und teilen sie.

Kommentar von Ulrike Nimz

Es war ein Wahlkampf der einfachen Botschaften. „Krieg oder Frieden – Sie haben jetzt die Wahl“ plakatierte Sahra Wagenknechts Bündnis (BSW). Als könnte ein Kreuz oder gar sie allein Putin davon abhalten, die Ukraine in Schutt und Asche zu legen. „Unser Land zuerst!“, forderte die AfD in Trump-Manier. Nun sind die Wahlkarten im Osten des Landes wieder blau, zeigen unverkennbar die Umrisse der ehemaligen DDR, und aus den Social-Media-Kanälen tönt es, man müsse „den Osten abschaffen“ oder gleich an Russland verschenken. Das ist zweifellos einfacher, als sich mit der Frage zu beschäftigen, was in den vergangenen Jahrzehnten verbockt worden ist, in Sozial- und Strukturpolitik, im Kampf gegen Rechtsextremismus

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