Alternative für DeutschlandVerwandlung einer Partei

Da war die AfD noch eine Partei der Euroretter: Der Hamburger Volkswirt Bernd Lucke war in den Anfangszeiten der Partei, hier auf dem Gründungsparteitag 2013, ihr bekanntestes Gesicht.
Da war die AfD noch eine Partei der Euroretter: Der Hamburger Volkswirt Bernd Lucke war in den Anfangszeiten der Partei, hier auf dem Gründungsparteitag 2013, ihr bekanntestes Gesicht.
imago stock&people

Am 14. April 2013 begeht die AfD ihren Gründungsparteitag, ihr Personal damals noch eher westdeutsch geprägt und ökonomisch. In den Machtkämpfen, die folgten, behaupteten sich immer radikalere Politiker.

Von Lisa Nienhaus

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Am 3. März 2013 stand es klein auf Seite 31 in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Die neue Anti-Euro-Partei – Renommierte Ökonomen und Publizisten sammeln sich“. Gut einen Monat später beging eine Partei am 14. April ihren Gründungsparteitag, deren Karriere und Verwandlungen damals niemand vorhersah: die Alternative für Deutschland. 2013 war ihr Personal noch eher westdeutsch geprägt und ökonomisch. Man hatte vor allem einen Programmpunkt: Ablehnung der Euro-Rettungspolitik der damaligen Bundesregierung. Feindbild: Angela Merkel. Doch schon bald rückten andere Themen nach vorn und kamen radikalere Persönlichkeiten in die Partei und dort an die Macht. Ihr damals bekanntestes Gesicht, der Ökonom und damalige Parteisprecher Bernd Lucke, verließ die AfD schon im Sommer 2015 nach einem Machtkampf mit Frauke Petry. Die wiederum trat ebenfalls aus, allerdings zwei Jahre später. Immer kam die Partei radikaler aus diesen Machtkämpfen heraus, als sie in sie hineingegangen war. Im Jahr 2026 gelten mehrere Landesverbände als gesichert rechtsextrem, darunter der in Sachsen-Anhalt. Dort könnte die Partei bei der Wahl am Sonntag trotzdem stärkste Kraft werden. Im Vergleich zu Rhetorik und Auftritt der Kandidaten von heute wirken die Euroskeptiker von damals zurückhaltend und sachlich. Der Gründungsgedanke, die Gegnerschaft zur Eurorettung, spielt heute kaum mehr eine Rolle. Ökonomische Themen sind in den Hintergrund gerückt. Von den 18 Gründungsmitgliedern sind fast alle ausgetreten oder verstorben.

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