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AfD:Radikal, ganz normal

Weidel und Chrupalla als Spitzenkandidaten: Die Partei erteilt einem moderaten Kurs eine klare Absage. Verlierer ist vor allem Parteichef Meuthen.

Von Jens Schneider

Die AfD stagniert, deshalb könne die Partei nicht weitermachen wie bisher. Die Flegeljahre müssten vorbei sein. Sie solle ihren Ton ändern, um Mehrheiten gewinnen zu können. Das war das Angebot, mit dem die hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar und der Bundeswehr-General a. D. Joachim Wundrak sich um die Spitzenkandidatur der AfD beworben haben, ohne inhaltlich wirklich moderat zu sein. Sie haben damit eine Niederlage erlitten, die ein Rückschlag für alle Kräfte ist, die einen gemäßigteren Kurs wollen. Allen voran Parteichef Jörg Meuthen.

Alice Weidel und Tino Chrupalla sollen die AfD nach dem Willen der Basis in den Bundestagswahlkampf führen, zwei Gegner Meuthens. Deren Erfolg mag auch an ihrer größeren Bekanntheit liegen. Chrupalla ist zweiter Parteivorsitzender, der Handwerksmeister aus Sachsen kommt bei der Basis gut an. Weidel ist bereits Fraktionschefin im Bundestag. Aber die beiden stehen für den extremen Kurs der Partei.

Mit Alice Weidel kürte die AfD jene Frau erneut zur Spitzenkandidatin, die im Parlament gegen "Kopftuchmädchen" hetzte. Eine Politikerin, die mit dem Rechtsaußen Björn Höcke paktiert, so wie Chrupalla, ihr Partner. Der Erfolg der beiden zeigt, dass die Partei keine Abkehr vom radikalen Kurs will.

© SZ/jok
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