Äthiopien:Vom Friedensfürst zum Kriegsherren

Äthiopien: "Krieg macht herzlos und verbittert", hat Abiy Ahmed im Jahr 2019 bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo gesagt.

"Krieg macht herzlos und verbittert", hat Abiy Ahmed im Jahr 2019 bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo gesagt.

(Foto: Terje Bendiksby/AP)

In der Region Tigray tobt ein unkontrollierbarer Krieg, in dem vergewaltigt und massakriert wird. Ministerpräsident Abiy Ahmed hat den Friedensnobelpreis nicht mehr verdient.

Kommentar von Bernd Dörries

Würde man das Spätwerk jedes Literaturnobelpreisträgers dahingehend überprüfen, ob es in etwa dem entspricht, wofür sie oder er einst ausgezeichnet wurde, so müsste wohl so mancher Preis eingezogen werden. Günter Grass mag da manchem einfallen, aber zu Unrecht, ein schlechtes Buch entwertet das gute nicht. Schaut man auf den Friedensnobelpreis, sollte man zu einem anderen Ergebnis kommen. Wer dafür ausgezeichnet wurde, dass er sich auf herausragende Art und Weise für ein friedliches Miteinander eingesetzt hat, darf nicht kurze Zeit später zum Kriegstreiber werden. Kurz: Dem äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed muss der Friedensnobelpreis aberkannt werden. Er hat in den vergangenen neun Monaten alles dafür getan, ihn nicht mehr zu verdienen.

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