Münchner Geschichten (1974)

Schon vor "Monaco Franze" hatte Dietl sich seine Heimatstadt vorgenommen. Sein Debüt hatte er mit den "Münchner Geschichten", die Serie lief 1974 im Vorabendprogramm. Aus heutiger Sicht mag es auf den ein oder anderen überraschend wirken: Schon damals ging es um Altstadtsanierung und Gentrifizierung. Im Mittelpunkt steht das kleinbürgerliche Milieu im Stadtteil Lehel, rund um den 30-jährigen Karl "Tscharlie" Häusler (Günther Maria Halmer), der bei seiner Oma (Therese Giehse) wohnt und ein "todsicheres" System für Pferdewetten entwickelt.

Einer der bizarren Höhepunkte der melancholisch-grotesken Serie ist die Szene, in der Tscharlie mit seinen Freunden Achmed (Towje Kleiner) und Gustl (Frithjof Vierock) als Cowboys verkleidet über die Leopoldstraße reitet. Wer es einmal gesehen hat, den lässt dieses Bild nicht mehr los. Und ohne die "Münchner Geschichten" hätten Redewendungen wie "Ois Chicago" vermutlich kaum Kultstatus erlangt. Logisch!

Bild: BR/Intertel Television GmbH 30. März 2015, 20:262015-03-30 20:26:58 © Süddeutsche.de/ebri/anri