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Zukunft nach "Wetten, dass..?":ARD oder ZDF - wo unterschreibt Gottschalk?

Täglich im Ersten, wöchentlich im Zweiten? Thomas Gottschalk und seine bequeme, aber pikante Verhandlungslage.

Wenn Thomas Bellut am Freitag der kommenden Woche in Berlin zum fünften Intendanten des ZDF gewählt wird, kann das niemanden mehr verwundern. Der promovierte Politologe aus Münster hatte zunächst einen Werdegang in politischen Redaktionen gewählt, 2002 wurde er mit klarem Ziel Programmdirektor beim Zweiten in Mainz. Mit der Ausbildung im U-Sektor der Anstalt, auf einer Position, die den täglichen Umgang mit TV-berühmtem Personal aus Show, Film und Serie verlangt und eine ständige Beschäftigung mit den weichen Themen auf inzwischen erstaunlich vielen gebührenfinanzierten ZDF-Kanälen, qualifizierte er sich formal für die Kandidatur.

ZDF: "Wetten, dass ...?" wird 30

War da was vor Gottschalk?

Intendanten, die Programmdirektoren waren, gibt es gar nicht mehr so viele im öffentlich-rechtlichen Fernsehbetrieb, den zunehmend Verwaltungsdirektoren lenken. Im ZDF könnte daraus Tradition werden, denn Markus Schächter, der im Februar 2012 nach einem Jahrzehnt seinen Platz in der Intendanz räumen wird, war auch Programmdirektor. Einen natürlichen Zugang zur Unterhaltung hat Bellut also nicht, wohl aber, wenn der Eindruck nicht täuscht, zu den meisten Menschen, auch solchen, die unterhalten. Besonders eng fühlt er sich Thomas Gottschalk verbunden.

Als der heitere Blonde im Frühjahr 2010 zum 60.Geburtstag nach New York lud, war auch Bellut dabei. Der künftige ZDF-Chef schätzt Gottschalk nicht nur für seine barocke, immer wieder auch komische, beständige Art und Weise, Wetten, dass..? zu moderieren. Oft wies er in kleiner Runde darauf hin, dass Gottschalk ein stets höflicher, gebildeter, fairer und amüsanter Gesprächspartner sei, der auch die Damen des Vorzimmers stets grüße, was offenbar nicht jedem gelingt.

Zur Fairness, die Gottschalk walten lässt, zählte auch, dass er Bellut sehr früh über Verhandlungen mit der Konkurrenz informierte. Den stets beherrschten Manager muss das sehr erstaunt haben. Zum einen liegt Gottschalk ein ZDF-Angebot vor. Er würde nach seinem Ausstieg bei Wetten, dass..? Ende des Jahres eine wöchentliche Sendung bekommen, würde außerdem bei "verschiedenen Top-Events" eingesetzt, sagt ein ZDF-Mitarbeiter - von mindestens sechs sei man ausgegangen. "Bei guter Überlegung" hätten es mehr werden können.

Bis Sommer 2012 steht Gottschalk beim ZDF unter Vertrag. Bellut soll seinem Großkünstler eine Art "Rundum-Sorglos-Paket" geschnürt haben bis Herbst 2015. Das Kernstück wäre eine wöchentliche Late Night Show in bester Sendeplatzlage gewesen, vermutlich Montag-, vielleicht Freitagabend. Gottschalk "hätte beim ZDF alt werden können", sagt einer aus dem ZDF.

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