ZDF-SerieCrashkurs Kunst

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"Art of Crime" ist eine Krimiproduktion, die erst mal recht erwartbar daherkommt. Zum Beispiel mit zwei grundverschiedenen Ermittlern, die sich dann doch menschlich näherkommen. Aber hier geht es um mehr. Es gibt ein Lernziel - und davon hat man sogar was.

Von Runa Behr

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Antoine muss im Museum ein Gemälde bewachen, einen roten Kreis auf weißem Grund. "Wie kann man nur so etwas malen? Das ist potthässlich", fragt er. Nein, mit moderner Malerei kann dieser Polizist (Nicolas Gob) wenig anfangen, mit klassischer auch nichts. Vielleicht ist es sogar so, wie die Kunsthistorikerin Florence (Éléonore Gosset-Bernheim) meint, vielleicht glaubt Antoine tatsächlich, Botticelli sei eine Spaghettimarke. Sie soll ihm deshalb Nachhilfe in Sachen Kunst geben, sie, die Leseratte, die ihm nur im Weg rumsteht, das ist jedenfalls Antoines Einschätzung.

Es ist also die klassische Ermittlerkonstellation des ungleichen Duos, das sich zusammenraufen muss und sich irgendwann auch emotional annähert - wie in inzwischen fast jedem Krimi. Punktabzug deshalb hierfür für die Serie Art of Crime der Autoren Angèle Herry-Leclerc und Pierre-Yves Mora. Beim Setting waren sie allerdings schon kreativer: Ihre Produktion für France 2 spielt im Kunstmilieu.

Wie bei Dan Browns Da Vinci Code gilt es, den Tod eines Kunstdiebs zu ermitteln. Für einen echten Leonardo da Vinci würde es sich zu töten lohnen, da sind sich die Ermittler einig. Nicht aber für das Porträt von Anne de Bretagne von Jeau Bourdichon. Das kann man so oder so sehen. Aber auf jeden Fall muss mehr hinter der Sache stecken - wortwörtlich sogar. Denn hinter dem Bourdichon liegt die Monna Vanna, ein als verschollen geltendes Gemälde da Vincis, die Mona Lisa in nackt quasi, mit männlichen Zügen. Ein Geliebter da Vincis hat hier wohl Modell gestanden.

Sie hält ihn für doof, aber vielleicht ist er doch ganz süß. Diese Nähe unter Ermittlern eben

Die Regisseure Charlotte Brändström und Eric Woreth haben im Louvre gedreht, und sie machen Florence zu einer Art Museumsführerin. Sie decodiert die Werke, streut Informationen aus den Künstlerbiografien - didaktisiert, ja. Aber der Zuschauer wird nicht für einen Idioten gehalten, dafür ist nämlich Antoine da. So nehmen selbst Kunstneulinge etwas aus der Serie mit. Die jeweils zwei Doppelfolgen behandeln Werke von Leonardo da Vinci, Théodore Géricault und Antoine Watteau. Und die Ermittlungen beschränken sich nicht nur auf den Mord. Klassische Krimispannung kommt dennoch nicht auf, dafür kommentieren die Figuren die Gemälde zu oft. Genau dadurch vermittelt Art of Crime aber Kultur, ganz spielerisch, ohne den Charakter klassischer Lehrdokus.

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© SZ vom 27.07.2018 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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