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ZDF-Moderator:Michael Steinbrecher verlässt das "Aktuelle Sportstudio"

Michael Steinbrecher

ZDF-Sportjournalist Michael Steinbrecher verlässt das Aktuelle Sportstudio.

(Foto: dpa)

"Wenn es am schönsten ist", wolle er gehen. Michael Steinbrecher beendet seine Karriere als Moderator des "Aktuellen Sportstudios" im ZDF. Vor seinem Abschied warnt er vor zu viel Gefälligkeit im Sportjournalismus - und spricht über Optionen für seine Zukunft.

Nach mehr als 20 Jahren und etwa 330 moderierten Sendungen kündigt Michael Steinbrecher seinen Abschied vom "Aktuellen Sportstudio" im ZDF an. Am 24. August wird der 47-jährige Moderator dort seine letzte Sendung moderieren. Steinbrecher begründete seine Entscheidung in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung damit, dass man gehen solle "wenn es am schönsten ist" und dass etwas Neues kommen sollte.

Besonders gefreut habe er sich, dass Dieter Kürten, sein Vorgänger bis 1992, zur Jubiläumssendung "50 Jahre Sportstudio" zugesagt hat: "Ich dachte, es wäre eine schöne Abrundung, diese Sendung mit ihm zu erleben und dann Ende August meine Arbeit im Sportstudio komplett zu beenden."

Wer seine Nachfolge antreten wird, ist bislang noch nicht bekannt. Steinbrecher hat allerdings konkrete Vorstellungen davon, welche Eigenschaften sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin haben sollte: "Leidenschaft, Neugier, Sachorientierung und kritisches Nachhaken müssen immer dazugehören."

Mit Blick auf die Zukunft des Sportjournalismus warnte Steinbrecher im FAZ-Interview vor zu viel Gefälligkeit: "Die Frage, ob der Sportjournalismus zu gefällig ist, ist sicher berechtigt. Unser Anspruch muss sein, in Interviews mit aller Kraft die Fragen auszuloten, die es zu besprechen gilt - und erst recht die Kontroversen herausarbeiten." Es gebe Strukturen und ein System, das PR-Journalismus erwarte. Dies halte er für bedenklich.

ZDF bedauert die Entscheidung

Das ZDF bedauerte Steinbrechers Entscheidung. Chefredakteur Peter Frey sagte: "Wir verlieren einen Moderator mit hoher journalistischer Kompetenz und großem Fußballsachverstand. Michael Steinbrecher hat bei aller Nähe zum Fußball immer die nötige Distanz bewahrt, gerade auch bei seinen Einsätzen rund um die Nationalmannschaft." Bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien werde Michael Steinbrecher noch einmal für das ZDF die Moderation im Quartier der deutschen Mannschaft übernehmen.

Steinbrecher ist seit 2009 Journalismus-Professor in Dortmund. Ob er sich nun ganz dieser Tätigkeit widmen und seine Karriere als Moderator beenden wird, ließ er offen: "Kann sein, muss nicht sein. Ich bin jedenfalls nicht der Typ, der am Samstag sein letztes "Sportstudio" moderiert und am Sonntag bei einem anderen Sender sitzt."

Linktipp: In diesem Artikel erklärt SZ-Kollege Detlef Esslinger, was ihm am Aktuellen Sportstudio so gar nicht passt.