Dass einem als Medienkunde die ganzen biografischen Dokus inzwischen gewaltig auf den Senkel gehen, die Serien, die wie Imagefilme aussehen und oft von den Protagonisten selbst eitel in Auftrag gegeben wurden – dafür können ihre Macher streng genommen nichts, denn irgendein gutes Argument gibt es ja immer. Der Großerfolg des Netflix-Films über den drogenkranken Rapper Haftbefehl zum Beispiel, der 2025 schon in der ersten Woche von über vier Millionen Leuten gesehen und zum moralischen Lehrplanstoff verklärt wurde, dürfte die Aktivitäten weiter angefacht haben. Man will nicht wissen, wie viele verzweifelte Hip-Hop-Halbstars sich in diesem Moment von Doku-Crews beim Frühstück filmen lassen und dabei schwindsüchtig in die Kameras husten.
Doku „Xatar – Ein Leben ist nicht genug“Rapmogul, Unternehmer, Gewaltverbrecher und Opportunist
Lesezeit: 3 Min.

Stimme der kurdischen Migrationsgeneration, künstlerische Spürnase, verurteilter Krimineller: der mit 43 Jahren überraschend verstorbene Rapper Giwar Hajabi, genannt Xatar.
NDR/Film Five/Jesse MazuchEine Bio-Doku der wirren, aber auch der interessanten Art: In drei Teilen wird das Leben von Rapper Xatar erzählt. Lohnend vor allem wegen des Blicks auf die Menschen, die mit dem Verlust klarkommen müssen.
Von Joachim Hentschel
