W&V: Versuchsküchen von VerlagshäusernWo Köche noch Helden sind

Kulinarische Schöngeisterei? Medienhäuser wie Burda und Bauer spülen mit Versuchsküchen zusätzliches Geld in die Verlagskassen. Die Kochstudios sind hochprofitabel und so etwas wie Mascarpone in Doppelrahmstufe - also richtig fett.

W&V: Versuchsküchen von Verlagshäusern – Wo Köche noch Helden sind

Kulinarische Schöngeisterei? Medienhäuser wie Burda und Bauer spülen mit Versuchsküchen zusätzliches Geld in die Verlagskassen. Die Kochstudios sind hochprofitabel und so etwas wie Mascarpone in Doppelrahmstufe - also richtig fett.

Während sich die Verlage früher gerne mit Versuchsküchen schmückten, haben sich die Anforderungen in Zeiten von "Benefit" und "Cost-Share" doch wesentlich verändert. Heute leisten sich nur noch vier Großverlage Kochstudios: Gruner + Jahr, Hubert Burda Media, Jahreszeiten- Verlag und die Bauer Media Group. Und hinter jeder Küche steht auch ein Geschäftsmodell. Mittlerweile werden nicht nur Rezepte auf ihr Gelingen abgeklopft, inzwischen wird zusätzliches Geld auch durch Kochkurse und Events in die Verlagskassen gespült. "In letzter Zeit häufen sich die Anfragen von Unternehmen, ob wir Rezeptentwicklungen übernehmen können", sagt Birgitt Micha, Chefredakteurin der Burda-Zeitschrift Meine Familie & ich. Aber auch Beiträge für den Burda-Sender Bongusto TV entstehen in der Versuchsküche. Prominente Köche wie Johann Lafer, Nelson Müller und Stefan Marquard gaben an der Arabellastraße ein Gastspiel. Der Renner sind die neuen Kochkurse "Cooking Class" für die Leser, die dafür eigens aus dem Ruhrgebiet und der Schweiz anreisen.

W&V/Florian Zettel & Lisa Priller-Gebhard

Bild: DPA 4. Mai 2011, 11:382011-05-04 11:38:59 © W&V: 17/2011/fort