Journalismus Ehemaliger "Tagesschau"-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot

Wilhelm Wieben, hier als Moderator im Studio der "Tagesschau", ist am Donnerstag im Alter von 84 Jahren gestorben.

(Foto: dpa)
  • Der ehemalige Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren.
  • Wieben war 25 Jahre lang eines der Gesichter der Tagesschau, von 1974 bis 1998 las er die 20-Uhr-Ausgabe.
  • Wieben war auch als Autor und Sprecher für Hörbücher tätig.

Der ehemalige Tagesschau-Sprecher Wilhelm Wieben ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in Hamburg.

Wieben wurde 1935 in Hennstedt, Schleswig-Holstein, geboren. Bevor er beim Sender Freies Berlin Anfang der 1960er als Fernsehansager beschäftigt war, absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Im Jahr 1966 wechselte er in die Redaktion der Tagesschau.

Von 1973 bis 1998 präsentierte Wieben Deutschlands bekannteste Nachrichtensendung als Sprecher vor der Kamera, davor war er bereits als Off-Sprecher tätig gewesen. Nach seiner letzten Sendung sagte er: "Es war für mich eine wunderschöne Berufszeit. Aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei".

Wieben, der bis zu seinem Tod in Hamburg lebte, war auch Autor und Herausgeber verschiedener Bücher auf Plattdeutsch, er gab Lesungen und nahm Hörbücher auf. Für Schlagzeilen um ihn sorgte Schauspielerin Inge Meysel (1910-2004), als sie 1995 in einem Stern-Interview öffentlich seine Homosexualität ansprach: "Eigentlich habe ich nur schwule Freunde. Ich verreise zum Beispiel gerne mit Wilhelm Wieben", sagte Meysel. Die Reaktionen danach seien einhellig positiv gewesen, erzählte Wieben später.