Weltpremiere:Tod und Spiele im Tower of London

Fans wait for guests to arrive at the world premiere of the television fantasy drama 'Game of Thrones' series 5, at The Tower of London

"The thone-siest location we could find": Premierenfeier im Londoner Tower.

(Foto: Reuters)
  • Zur Weltpremiere der fünften Staffel lud der Sender Sky in den Tower of London.
  • Das Setting der Veranstaltung im Tower erinnerte an die Reiterturniere aus der Serie.
  • In den neuen Folgen der Serie helfen Rückblenden dabei, die immer komplexer werdende Handlung zu verstehen.

Von Karoline Meta Beisel

Edward war zwölf und Richard neun Jahre alt, als der Vater starb. Typhus habe den König dahingerafft, sagten die einen - Gift, die anderen. Als Mündel lebten die Brüder fortan im Schloss ihres Onkels. Aber wenige Monate nach dem Ableben des Vaters verschwanden die beiden Königskinder - was mit ihnen geschah, ist bis heute ein Rätsel. Sicher weiß man nur: Ihr Onkel wurde im selben Sommer zum König gekrönt.

Die Geschichte um die beiden Prinzen klingt wie eine Episode aus Game of Thrones, einer der erfolgreichsten Fernsehserien der Welt. Aber Edward und Richard gab es wirklich, ihr Onkel war Richard III., und der Palast, in dem man sie zuletzt lebend sah, der Tower of London. Darum ist es ein ziemlicher Coup, dass der Paysender Sky, bei dem die Serie in Europa zu sehen ist, zur Weltpremiere der fünften Staffel eben dorthin eingeladen hatte: "The thronesiest location we could imagine", kommentierte das D. B. Weiss, einer der Autoren und Produzenten der Serie.

Ein blutroter Teppich im Burggraben des Towers

Im Fernsehen laufen die neuen Folgen der epischen Geschichte über Liebe und Krieg, Macht und Familie erst Mitte April. Schon am Mittwoch aber schritten in London etwa 1000 Gäste über einen blutroten Teppich durch den Burggraben des Towers. Das Setting erinnerte mit Fackeln, Drachenprojektionen auf den alten Mauern und dem jubelnden einfachen Volk auf den Blechtribünen oberhalb des Grabens schon sehr an die Reiterturniere in der Serie, bei denen gerne mal ein über mehrere Staffeln lieb gewonnener Hauptdarsteller eine Lanze in den Hals bekommt.

Dass bei der Premiere auch Schauspieler auftauchten, deren Rollen in der Serie schon gestorben sind (für Fans: Charles Dance alias Tywin Lannister), darf man als Zeichen dafür werten, dass in der neuen Staffel, wie schon länger spekuliert, Rückblenden dabei helfen, die immer komplexer werdenden Handlungsstränge und Querverbindungen zwischen den Personen verständlich zu machen: Derzeit gibt es 35 Hauptrollen im Ensemble. Schauspielerin Gwendoline Christie (Brienne of Tarth) kündigte außerdem an, in dieser Staffel würden viele bisherige Nebendarsteller sehr wichtig werden.

Die Handlung von Game of Thrones ist nach bisher 40 Episoden für Nichtzuschauer sowieso nicht mehr darstellbar, darum nur kurz zur neuen Folge: Ein Zwerg klettert aus einer Kiste; ein Maskierter schneidet einem Kastrierten die Kehle durch; die Haustiere sind sehr groß geworden. Außerdem tauchen in dieser Folge wohl erstmals in der Seriengeschichte genauso viele nackte Männer wie nackte Frauen auf (jeweils drei nämlich). Dann erscheint noch jemand, den man gar nicht mehr auf dem Schirm hatte: ein Junge, der zu Beginn der Serie mal in den Tod eines Königs verwickelt war, dann aber nie wieder gesehen ward, man hatte ihn schon fast vergessen.

Nicht so die verschollenen Königskinder aus der echten Welt: Knapp 200 Jahre nach ihrem Verschwinden fand man im Tower eine vergrabene Kiste mit Kinderknochen - Edward und Richard, glauben viele, bewiesen wurde das nie. Heute erzählt eine Ausstellung dort ihre Geschichte.

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