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Webserie:Mädchenalbtraum

Medienrund

Maya Kochavi spielt die Jüdin Eva Heyman.

(Foto: Instagram)

Ein Holocaust-Schicksal wird mit modernen Mitteln erzählt: 70 Kurzfilme, mit dem Smartphone aufgenommen.

Eva ist verliebt, sie schlendert mit einem Eis durch den Park, ihr Auserwählter Pista himmelt sie an. Das Instagram-Video trägt die Bildunterschrift "Bin ich das glücklichste Mädchen der Welt?". Was Aufnahmen eines normalen Teenagers zu sein scheinen, entpuppt sich als die Geschichte der 1944 in Auschwitz ermordeten Ungarin Eva Heyman. Ein paar Sequenzen später wird die Idylle durchbrochen. Hakenkreuzflaggen wehen, Panzer patrouillieren. Die Eva-Stories, 70 Kurzfilme, erschienen zum Holocaust-Gedenktag am 2. Mai, wurden komplett mit dem Smartphone aufgenommen. Initiator und Regisseur ist der israelische Technologieunternehmer Mati Kochavi.

Neben Lob gibt es auch Kritik, die Webserie behandele den Holocaust zu oberflächlich und Emojis, Texte oder Hashtags seien in diesem Kontext befremdlich. Für die israelische Gedenkstätte Yad Vashem, die an dem Projekt nicht beteiligt war, ist die Nutzung sozialer Medien für das Holocaust-Gedenken generell "legitim und effektiv". Eine junge Frau sagte dem israelischen Fernsehen: "Ich habe das Gefühl bekommen, als sei Eva meine Freundin."

© SZ vom 04.05.2019
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