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Projekt für Fernsehzuschauer:WDR-Umfrage zu Audioverständlichkeit

WDR Köln

Kann man gut sehen, das Logo des Westdeutschen Rundfunks in Köln. Aber kann man im Programm auch alles gut genug hören?

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut arbeitet der WDR an einem Audiokanal, der störende Hintergrundgeräusche ausgleichen soll. Interessierte können die Idee bereits Online testen.

Von Theresa Hein

Das Gefühl vor dem Fernseher, vor lauter Soundtrack und Hintergrundgeräusch dem Film nicht mehr folgen zu können, kennt nicht nur die Generation 60+. Besonders häufig tritt dieses Gefühl bei Filmen aus den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts auf. Arlington Road mit Jeff Bridges ist so ein Film: Spannend, denkt man sich immer wieder, und abwechselnd dazu fragt man sich, warum gefühlt keine Sekunde dieses Films ohne die nervige Musik auskommt. "Weniger ist mehr" war nicht gerade die Devise der Neunzigerjahre. Es ist aber ein Motto, dem sich der WDR mit einem neuen Audioprojekt widmen will.

Auf der Homepage des WDR kann man nun an einer Online-Umfrage zur Hörverständlichkeit des Programms teilnehmen. In einem kurzen Testclip (ein Zusammenschnitt aus Abenteuer Erde, der Sendung Unser Sport im Westen und dem Tatort) können Zuschauerinnen und Zuschauer zwischen dem "normalen" und einem neuen, technisch optimierten "Kanal" hin und her schalten. Im Anschluss soll die Teilnahme an einer Umfrage dem WDR helfen, eine verbesserte Sprachqualität für die Zuschauerinnen und Zuschauer herauszuarbeiten.

Die Idee dürfte vor allem bei älteren Menschen gut ankommen und könnte helfen, auch Hörgeschädigte nicht vom Programm auszuschließen. Immer wieder beschweren sich Zuschauerinnen und Zuschauer über Probleme mit der Akustik, sei es in Kommentaren zum Tatort auf der Webseite des Ersten oder auch in Leserbriefen an die Süddeutsche Zeitung. Einfach lauter zu stellen, hilft oft nicht - da dann auch Musik und sonstige Geräusche unangenehm laut werden können.

Der neue Audiokanal soll Abhilfe schaffen. Er trägt den Namen "Dialog+", basiert auf einer künstlichen Intelligenz und wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt. Mit "Dialog+" sollen nicht nur neue, sondern auch alte, schon abgefilmte Sendungen verbessert werden können. Bis zum 30. Oktober können Interessierte noch an dem Online-Testverfahren teilnehmen.

Laut WDR ist das nächste Ziel, einen "Dialog+"-Kanal für ausgewählte Sendungen anzubieten. Das Feedback der Zuschauerinnen und Zuschauer der Online-Umfrage soll bei der weiteren Planung helfen. "Wir möchten, dass möglichst viele Menschen das WDR-Programm mit verringerter Höranstrengung genießen können", heißt es vom WDR. Neue Empfangsgeräte soll man dafür nicht brauchen.

© SZ/ebri

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