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"Watson":Jung und digital

Das junge Schweizer Nachrichtenportal startet seinen deutschen Ableger. Die Themen sind dieselben wie bei "erwachseneren" Medien, die Ansprache ist aber eine andere. Dabei sollen der Redaktion auch Influencer helfen.

Von Karoline Meta Beisel

Nach der Affäre um Cambridge Analytica erwägen viele, Facebook zu löschen - aber wie halten es eigentlich Tinder und Skype mit dem Datenschutz? Das ist eines der Themen, mit dem an diesem Donnerstag Watson.de gestartet ist, der deutsche Ableger des gleichnamigen Nachrichtenportals aus der Schweiz. Es richtet sich "mit Nachrichten, Geschichten und Meinungen (...) an die Generation Mobile", wie es in einer Erklärung zum Start heißt.

In Deutschland gehört das Portal zum Werbevermarkter Ströer, der zurzeit dabei ist, T-Online von einer Start- zur vollwertigen Nachrichtenseite auszubauen. Watson ist für T-Online also gewissermaßen das, was bento für Spiegel Online ist - das spiegelt sich auch im Personal wider: Chefredakteur von T-Online ist der frühere SPON-Chef Florian Harms, Watson-Chefredakteurin Gesa Mayr war vorher bei bento. Die Themen bei Watson sind oft dieselben, mit denen sich auch "erwachsene" Medien befassen, aber die Ansprache ist eine andere. Aus Anlass eines aktuellen Urteils heißt es etwa "3 Dinge, die du über die 12-Stämme-Sekte wissen musst". Für leichtere Inhalte gibt es das Ressort "Spaß": "15 Tiere, die am Wochenende viel aktiver sind als du".

Eine Mitarbeiterin von Watson hat vorher die Plattform Snapchat Discover für Bild bestückt - viele ältere Journalisten dürften noch nicht mal wissen, was das ist. Watson will jedoch dort sein, wo sie die Zielgruppe erwarten, zu Beginn sind das Instagram, Facebook und Twitter. Außerdem baut das Team ein "Influencer-Netzwerk" auf. Deren Inhalte sollen dann nicht nur auf ihren eigenen Kanälen, sondern auch bei Watson verfügbar sein.

© SZ vom 23.03.2018
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