Was er sagt, was er meint (2):Mehr Journalistensprache

Journalisten unter sich haben eine ganz eigene Sprache. Was sie sagen und was sie damit meinen - hier gibt's die beliebtesten Redewendungen. Mit neuen Beiträgen.

Christina Maria Berr

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Quelle: online.sdemedien

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Journalisten unter sich haben eine ganz eigene Sprache. Was sie sagen und was sie damit meinen - hier gibt's neue beliebte Redewendungen aus der Branche.

Der Journalist sagt:

Das schreibe ich kalt

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Der Journalist meint:

Ich fahre nicht an den Ort des Geschehens und recherchiere dort, sondern ich schreibe das vom Schreibtisch aus - und benutze Informationen, die man aus Archiverecherche, am Telefon oder über Nachrichtenagenturen bekommt. Manchmal aus Zeitmangel, oft ist der distanzierte Blick aber auch der schärfere.

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Der Journalist sagt:

Das ist mit heißer Nadel gestrickt.

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Der Journalist meint:

In dem Text stehen ganz aktuelle News, die sofort publiziert werden müssen. Die Infos sind noch heiß, die Nachricht also auch - und so manches nebensächliche Detail genau zu recherchieren, bedeutet, Zeit zu verlieren.

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Der Journalist sagt:

Das muss man zuspitzen.

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Der Journalist meint:

Man muss wichtige Details von den unwichtigen trennen - und die unterschiedlichen Positionen deutlich herausarbeiten. Bei zu vielen unterschiedlichen Aspekten, kann der Leser nicht mehr erkennen, worauf es ankommt. Und so mancher PR-Mann und Politiker versucht gerade pikante Details mit Wenns und Abers im Vagen zu lassen. Das muss man dann eben zuspitzen.

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Der Journalist sagt:

Unter eins. Unter zwei. Unter drei.

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Der Journalist meint:

Bei "unter 1" darf man Inhalt und Quelle des Gesprächs mitteilen, bekommt man etwas "unter 2" gesagt, darf man den Inhalt wiedergeben, jedoch ohne die Quelle zu nennen. Eine Erklärung "unter 3" bedeutet, man kann weder Inhalt noch Quelle preisgeben. Die Information dient also lediglich als Hintergrundwissen. Wichtig dabei ist: Informantenschutz gilt immer. Und so mancher Satz aus regierungsnahen Kreisen kommt aus der Regierung selbst. Könner unter den Journalisten legen sogar in ihren Texten falsche Fährten.

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Der Journalist sagt:

Wir prüfen das!

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Der Journalist meint:

Eine Berufskrankheit ist es ja, erst mal gar nichts zu glauben. Wer etwas prüft, gewinnt Zeit, vielleicht auch um sich erst mal zu informieren. Und so manche Prüfung hat ergeben: Das Thema wurde so lange geprüft, bis es keines mehr ist. Also totrecherchiert.

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Der Journalist sagt:

Wir machen einen Vorausklapp.

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Der Journalist meint:

Vor großen Ereignissen wird meist vorausgeklappt, also geschrieben, was vielleicht passieren könnte oder auch nicht. Zu diesen Vorberichten gibt es immer schon Politiker, die den Journalisten etwas zu sagen haben. Die klappern dann auch voraus.

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Der Journalist sagt:

Wir drehen das weiter!

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Der Journalist meint:

Die Nachricht ist schon geschrieben, aber Neues dazu gibt es immer. Und zumindest kann man es gegenschneiden - also mit einer anderen Person, einem anderen Ereignis vergleichen. Gegenschneiden ist auch so ein Journalistenwort.

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Der Journalist sagt:

Der hat eine gute Schreibe.

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Der Journalist meint:

Der Kollege kann sich gut ausdrücken und so formulieren, dass der Leser dem Schreiber bis zum letzten Satz folgt. Das Was ist das eine, das Wie ist das andere. Auf eine gute Schreibe kommt es an.

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Der Journalist sagt :

Das klingt interessant. 

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Der Journalist meint:

Diese höfliche Floskel verwenden Journalisten häufig, um Mitarbeiter von PR-Agenturen in ihrem Redefluss zu unterbrechen. Um dann sofort nachzuschieben, was nicht nur interessant, sondern eine berichtenswerte Geschichte wäre. In der Regel enden solche Gespräche höflich aber völlig unverbindlich.

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Der Journalist sagt: Wir sind dran!

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Der Journalist meint:

Ich habe bereits mit einer Kontaktperson gesprochen, die sich gleich mit neuen Infos meldet. Manchmal heißt es auch: Ich habe einen Interviewpartner angefragt, aber der hat sich noch nicht gemeldet. Das muss ich aber meinen Kollegen nicht auf die Nase binden. Wir sind dran.

© sueddeutsche.de/cmat/cat
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