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Warnstreiks bei BR und NDR:Streik macht sich im BR-Programm bemerkbar

Warnstreik beim Bayerischen Rundfunk

Die Gewerkschaften Bayerischer Journalisten-Verband (BJV) und Verdi haben zu einem 48-Stunden-Warnstreik in Fernsehen, Rundfunk und Online-Angeboten aufgerufen.

(Foto: dpa)

Der Warnstreik der Angestellten des Bayerischen Rundfunks wird spürbar: Sendungen wie der "Zündfunk" entfallen. Seit Mitternacht streiken auch NDR-Mitarbeiter.

Wegen eines Streiks mussten der Bayerische Rundfunk (BR) und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Donnerstag ihr Programm einschränken. Betroffen war auch die Tagesschau im Ersten: Sprecherin Susanne Daubner hat am Donnerstagmorgen drei Ausgaben der Nachrichtensendung ohne passende Hintergrundbilder vorgelesen. In der Zeit hatte ein Mitarbeiter für die Bildmischung gefehlt, heißt es vom NDR.

Der Ausstand war von der Nacht zu Donnerstag bis Samstagmorgen geplant. Verdi fordert für die Beschäftigten dort sechs Prozent mehr Geld für die nächsten zwölf Monate. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Mitarbeiter seit mehr als sechs Monaten in den Verhandlungen hingehalten würden. Zudem liege das Angebot der Arbeitgeber deutlich unter dem Abschluss des öffentlichen Dienstes der Länder, der acht Prozent mehr Geld bei einer 33-monatigen Laufzeit festgeschrieben hatte.

Auch im Programm des Bayerischen Rundfunks kam es zu Einschränkungen - einige Sendungen fielen komplett aus, etwa das Radiomagazin Zündfunk oder die Fernsehsendung Wir in Bayern. In Bayern galt der Appell zur Arbeitsniederlegung von Verdi und dem Bayerischen Journalistenverband für alle Dienste, die zwischen Mittwoch um 23 Uhr und Freitag um 23 Uhr begannen. Die Gewerkschaften fordern eine Anhebung der Honorare und Gehälter von einem Gesamtvolumen von mindestens 3,2 Prozent pro Jahr. Die Rundfunkanstalt bietet allerdings laut eigenen Angaben eine Erhöhung der Tarifgehälter um 2,1 Prozent.

BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel sagte, solche, "Streikaufrufe von mehr als zwei Tagen Dauer" seien "in der Geschichte des BR und der ARD ohne Beispiel". Die nächste Verhandlungsrunde sei für den 27. November geplant, beim NDR soll sie am Tag zuvor stattfinden.