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Wahlkampf in Griechenland:Neonazi schlägt Kommunistin live im TV

Beschimpfungen, Ohrfeigen, Fausthiebe: Die Nerven in Griechenland liegen vor dem neuen Urnengang blank. Nun geht ein Abgeordneter der Neonazi-Partei "Morgenröte" in einer live übertragenen TV-Debatte auf eine kommunistische Politikerin los - und flüchtet dann aus dem Studio.

Eklat in einer Talkshow im griechischen Fernsehen: Ein Abgeordneter der griechischen Neonazi-Partei Chryssi Avgi (Morgenröte) hat heute Morgen während einer live übertragenen Fernsehdebatte eine kommunistische Politikerin geschlagen. Nach einem Streitgespräch übergoss Ilias Kasidiaris zunächst die Abgeordnete Rena Dourou vom Linksbündnis Syriza mit einem Glas Wasser.

Als daraufhin die Vertreterin der Kommunisten, Liana Kanelli, empört aufstand und ihn beschimpfte, versetzte Kasidiaris ihr mehrere Ohrfeigen und einen Faustschlag, wie hier im Video zu sehen. Nach den Attacken im Morgenmagazin des Privatsenders ANT1 am Donnerstag verließ Kasidiaris das Studio.

Auslöser war eine Bemerkung der Syriza-Vertreterin zu Kasidiaris' mutmaßlicher Beteiligung an einem bewaffneten Raubüberfall vor fünf Jahren. Das Gerichtsverfahren gegen den rechten Politiker wegen illegalen Waffenbesitzes und Mittäterschaft bei dem Raubüberfall sollte am Mittwoch beginnen, wurde aber auf den kommenden Montag vertagt.

Nach Angaben eines Gerichtsvertreters ordnete die Staatsanwaltschaft von Athen nach dem Vorfall bei der Fernsehdebatte die Festnahme des Neonazis an. Dieser konnte aus den Fernsehstudios entkommen. Laut einer Journalistin versuchten Mitarbeiter des Senders noch vergeblich ihn aufzuhalten.

Alle Parteien in Griechenland verurteilten den Vorfall aufs Schärfste. Der Neonazi-Partei war bei der jüngsten Wahl erstmals in der Geschichte des Landes der Sprung ins Parlament gelungen. Mit 6,97 Prozent der Stimmen kam sie auf 21 Abgeordnete. Am 17. Juni finden in Griechenland Neuwahlen statt.