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Wahlempfehlung der Zeitung USA Today:Trump verletzt unsere Grundwerte

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte gibt die Zeitung "USA TODAY" eine eindeutige Wahlempfehlung für einen der beiden Präsidentschaftskandidaten ab.

Von MoFe

Die auflagenstärkste amerikanische Tageszeitung USA Today hat ihre Leser dazu aufgerufen, bei der Präsidentschaftswahl Wahl am 3. November für Joe Biden zu stimmen. Es ist das erste Mal in ihrer Geschichte, dass die Zeitung für einen Präsidentschaftskandidaten wirbt. Auch wegen der sonst eingehaltenen Neutralität gilt USA Today in der amerikanischen Presselandschaft als eines der wenigen parteiübergreifenden Medien. Vor vier Jahren hatte die Zeitung dazu aufgerufen, nicht Donald Trump zu wählen. Allerdings hatte sie damals die Gegenkandidatin Hillary Clinton nicht explizit empfohlen.

"Wir machen unseren ersten Wahlaufruf. Wir hoffen, es ist auch unser letzter", stellt die Zeitung denn auch die Besonderheit ihrer Entscheidung heraus. Die Redaktion unterstütze einstimmig die Wahl Joe Bidens. Die Nation sei in den letzten vier Jahren "gefährlich vom Kurs abgekommen". Trumps Politikstil sei unvereinbar mit den Grundwerten der Redaktion: Wahrheit, Verantwortlichkeit, Höflichkeit, Widerstand gegen Rassismus und Unterstützung der Presse- und Versammlungsfreiheit. Das seien überparteiliche Werte.

Mit ihrer Entscheidung reiht sich USA Today in eine Reihe von Wahlaufrufen für Joe Biden ein, die in den letzten Wochen von amerikanischen Medien veröffentlicht wurden. Besonders drastisch äußerte sich die New York Times, dessen Editorial Board in weißen Lettern auf schwarzem Grund ein vernichtendes Fazit von Trumps Präsidentschaft zog. Trump sei ein unwürdiger, inkompetenter Demagoge, seine Wahlkampagne stelle "die größte Bedrohung für die amerikanische Demokratie seit dem Zweiten Weltkrieg" dar. Es sei höchste Zeit, ihn abzuwählen und die "nationale Krise zu beenden". Wahlaufrufe für Donald Trump gibt es mit Ausnahme des Las Vegas Review Journal und der Jewish Press in größeren amerikanischen Publikationen bisher fast keine.

© SZ/mofe/beg
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