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W&V: Studie über Mediennutzung:Weniger Zeit mit Medien

Weniger Zeit für Information und dennoch 220 Minuten vor der Glotze. Eine Studie über Massenkommunikation verrät, wie Medien in Deutschland genutzt werden.

Irgendwann reicht es. Das gilt wohl auch für das Interesse der Deutschen an Information. Trotz zunehmender Verbreitung des Internets und einem wachsenden Medienangebot ist der Zeitaufwand der Bürger für TV, Radio und weitere Informationskanäle seit 2005 um 17 Minuten zurückgegangen. Das besagen erste Ergebnisse der Untersuchung "Massenkommunikation" von der ARD-ZDF-Medienkommission.

Tina

Statistik über die Mediennutzung.

Geht es nach der seit 1964 alle fünf Jahre veröffentlichten Langzeitstudie, so befasst sich der Durchschnittsbürger ab 14 Jahren täglich neun Stunden und 43 Minuten mit Medien. Der stattliche Wert ergibt sich durch die Aneinanderreihung der Nutzungsdauer aller acht erhobenen Angebote - neben Internet und Massenmedien sind dies auch Bücher, Tonträger und Video/DVD.

2005 hatte die Mediennutzungszeit genau sechs Stunden betragen. Das Zeitbudget für Medien scheine jetzt Grenzen erreicht zu haben, kommentieren die Forscher den Befund. Für die Studie wurden 4500 Bundesbürger befragt. Über zwei Drittel der Medienzeit entfallen auf Fernsehen (220 Minuten) und Hörfunk (187). Insbesondere das Radio be-gleitet dabei meist andere Aktivitäten. Im Netz tummeln sich die Bürger 83 Minuten täglich. Die Medienforscher betonen, dass davon nur 25 Minuten auf das Lesen von Nachrichten oder Anschauen von Bewegtbildformaten entfällt.Der Rest gehe für Kommunikation, zielloses Surfen oder E-Commerce drauf.

Die höchste Tagesreichweite verzeichnet mit 86 Prozent das Fernsehen, der Hörfunk kommt auf knapp 79 Prozent. Nahezu gleichauf folgen Tageszeitungen (44 Prozent) und das Web (43), wobei die Zeitungsnutzung im Vergleich zu der in der Media-Analyse (MA) ermittelten Tageszeitungsreichweite von knapp 70 Prozent gering anmutet. Die Forscher führen dies auf die unterschiedliche Methodik der Studien zurück.

Gefragt nach der Zukunft der Medien, glauben über 90 Prozent der Bürger, dass das Fernsehen seine Bedeutung behält. Gut 70 Prozent prognostizieren, dass es künftig "ein Gerät für alles" gibt. Steigen dürfte die Mediennutzungszeit eher nicht - vier Fünftel der Bürger weisen darauf hin, dass ein großes Info-Angebot nicht auch mehr Wissen schaffe.

Mehr zu W&V unter www.wuv.de