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Vorstand von Burda:The Winners takes it all

Burda setzt auf Mumm: Stefan Winners, bisheriger Chef von "Tomorrow Focus", rückt zum Jahreswechsel in den Vorstand des Medienhauses auf. Er soll das Digitalgeschäft weiter ausbauen. Winners prangert gern das Verhalten von Facebook oder Google an und fordert starke europäische Internetkonzerne.

Das erste Geld hat er, eigenen Aussagen zufolge, als 15-Jähriger als Nachhilfelehrer in Mathematik verdient. Die so erworbenen D-Mark gab er dann für ein Moped Marke Zündapp aus, mit dem Strecken auf dem Land besser zu überwinden waren. Seitdem ging es für Stefan Winners bergauf, den Mathe-Experten, der nun vor einem großen Karrieresprung steht: Im kommenden Jahr soll der Diplom-Kaufmann in den Vorstand des Medienhauses Hubert Burda (Bunte, Instyle, Freizeit-Revue, Focus) aufrücken, zuständig fürs digitale Geschäft.

Stefan Winners soll im kommenden Jahr in den Vorstand des Medienhauses Burda aufrücken.

(Foto: Susanne Moelle/ oh)

Allein Burda Digital soll 2012 innerhalb des Konzerns für rund 1,2 Milliarden Euro Umsatz sorgen, nach 940 Millionen im laufenden Jahr. "Angesichts dieser Dynamik sind wir der Meinung, dass sich ein eigener Vorstand ganz um das Thema kümmern sollte", sagt Paul-Bernhard Kallen, Vorstandschef bei Hubert Burda Media. Kallen hat sich seit zwölf Jahren ums Digitale gekümmert, er ist aber auch für Ausland und Druck zuständig.

Wann Winners, 44, auf den neuen Job wechselt, ist noch unklar. Erst muss ein Nachfolger für den Posten des Vorstandschefs der Tomorrow Focus AG gefunden werden - der börsennotierten Internetfirma, an der Burda maßgeblich beteiligt ist. Der Vorstand in spe hat mit kräftigem Umsatzwachstum auf rund 140 Millionen Euro auf sich aufmerksam gemacht; Kallen ist bei der Burda-Tochter Aufsichtsratschef und lobt die "hohe unternehmerische Kompetenz".

Jobwechsler Winners galt früh als Siegertyp: einer, der es wissen will. Der einstige Berater bei Roland Berger fand über Bertelsmann den Weg ins Mediengeschäft, wo er sich um den Werbemittelversender Heinze kümmerte. Dann war er Marketingchef beim Außenwerber Awk und stieg 2000 in die Geschäftsleitung der Firma Vogel Business Medien auf, die zur Burda-Sphäre gehört. Im Juni 2005 schließlich der Wechsel zu Tomorrow Focus AG. In diesem Job scheute Winners nicht hier und da ein klares Wort, etwa als er den Europäern vorwarf, im Internet "zu wenig Mumm" im Wettbewerb mit den Amerikanern zu haben. Das war sein Thema: Winners prangert gern das Verhalten von Facebook oder Google an und fordert starke europäische Internetkonzerne.

Schafft es Winners im nächsten Jahr rechtzeitig zur Mutterfirma Burda, dürfte er prominent beim Börsengang des Frauenportals Glam mitmachen, an dem Burda beteiligt ist. Neben solchen Beteiligungen und Tomorrow Focus gehören zum Digital-Sektor noch die Gruppe Burda Consumer Tech (Chip.de, zwei Händler) und der Online-Haustierladen Zooplus, dessen Kapital kürzlich um rund 20 Millionen Euro erhöht wurde. Das alles macht mit einem Anteil von 44 Prozent mittlerweile den größten Anteil am Burda-Umsatz (2011: mehr als 2,1 Milliarden Euro nach 1,72 Milliarden im Vorjahr) aus.

Für Winners ist Erfolg im Netz eine Frage des Inhalts, den er im Branchenspeak "Content" nennt. Es müsse "nicht immer der journalistische sein", findet der Manager - er könne von den Nutzern kommen.

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