Verschwörungstheoretiker Umstrittener Publizist Udo Ulfkotte ist tot

Udo Ulfkotte bei einem Auftritt im Jahr 2004.

(Foto: dpa/dpaweb)

Mit Büchern wie "Gekaufte Journalisten" schaffte er es auf die Bestsellerliste. Jetzt ist der frühere FAZ-Journalist und spätere Verschwörungstheoretiker gestorben.

Der umstrittene Publizist Udo Ulfkotte ist im Alter von 56 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Seine Familie bestätigte der Deutschen Presse-Agentur entsprechende Medienberichte.

Ulfkotte war von 1986 bis 2003 als Journalist für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig und befasste sich dort vor allem mit den Themen Geheimdienste, Afrika und dem Nahen Osten. Danach arbeitete er als freier Autor.

Schlagzeilen machte der gebürtige Lippstädter vor allem mit verschwörungstheoretischen Büchern. Sein erfolgreichster Titel, "Gekaufte Journalisten", erschien 2014 und landete auf der Bestsellerliste des Spiegel. Darin ging es um die angebliche Bestechlichkeit von Journalisten und einen Vertrauensverlust von Lesern.

Vorwurf des Rechtspopulismus

Kritiker warfen ihm vor, darin Fakten zu verdrehen und Unwahrheiten zu verbreiten. Der Medienjournalist Stefan Niggemeier erklärte Behauptungen Ulfkottes für "schlicht und nachweisbar falsch"; der ARD-Literaturkritiker Denis Scheck sagte, Ulfkottes Werk sei die "Tirade eines gekränkten und verängstigten Kleinbürgers" und ein "Amoklauf in Buchform".

Zuletzt publizierte Ulfkotte Bücher mit kritischen Thesen über Flüchtlinge. Anfang 2015 sprach er auch auf einer Veranstaltung des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses in Dresden, was ihm den Vorwurf des Rechtspopulismus einbrachte. Ulfkotte unterstützte auch inhaltlich die umstrittenen Thesen des früheren Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin zu Migrationsproblemen und Auswüchsen des Islams.

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