Verlagskonzern vor Eignerwechsel:Gründertochter bietet für WAZ-Gruppe

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Liegt die WAZ-Gruppe bald in neuen Händen? Die Tochter des Firmengründers Grotkamp hat 500 Millionen für die Mehrheit an dem Verlagshaus geboten. Einem Medienbericht zufolge soll sie sich mit den Miteigentümern bereits geeinigt haben.

Die Essener Zeitungsgruppe WAZ, einer der größten Regionalzeitungsverlage Europas, steht vor einem Eigentümerwechsel.

Manager-Magazin: Bei WAZ-Gruppe aendern sich Eigentumsverhaeltnisse

Besucher verlassen Firmenzentrale der WAZ-Gruppe in Essen. Nach Informationen des Manager Magazins soll die Übernahme des Verlages durch Petra Grotkamp schon in den nächsten acht Wochen stattfinden.

(Foto: dapd)

Petra Grotkamp, Tochter von Unternehmensgründer Jakob Funke, hat ein Angebot für das 50-Prozent-Paket abgegeben, das die Brost-Holding bisher an der WAZ hält. Dies bestätigt ein Schreiben ihres Rechtsanwalts Andreas Urban, das sueddeutsche.de vorliegt. Dem Manager Magazin zufolge soll das Angebot 500 Millionen Euro betragen.

Die 68-Jährige ist bislang mit durchgerechnet 16,7 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Die Macht bei der WAZ-Gruppe ist zwischen den Familienstämmen der Gründer Erich Brost und Jakob Funke aufgeteilt. Grotkamp wolle damit das fortführen, was ihr Vater gemeinsam mit Erich Brost aufgebaut habe, heißt es in der Erklärung.

Mit den drei Brost-Enkeln, die in München leben und die Brost-Holding führen, sei bereits eine Einigung über den Verkaufspreis erzielt worden. Das Geschäft soll dem Magazinbericht zufolge noch in den nächsten vier bis acht Wochen abgewickelt werden. Die Entscheidung, ob es zu dem Geschäft kommt, liegt der Mitteilung zufolge bei Testamentvollstrecker Peter Heinemann. Heinemann erklärte dazu: "Ich werde das alles gründlich prüfen und die testamentarische Verfügung des Erblassers und die Interessen der Enkel abwägen."

Die Übernahme hätte nicht nur für die WAZ selbst weitreichende Folgen, sondern auch für die deutsche Zeitungsbranche insgesamt, berichtete das Magazin weiter. Die WAZ-Gruppe, einst eines der finanzstärksten Medienhäuser des Landes, werde nach Einschätzung aus dem Hause mit künftig klaren Eigentümerverhältnissen "endlich wieder eine größere Rolle auf nationaler Ebene spielen".

Zur WAZ-Gruppe gehören die Zeitungen Westdeutsche Allgemeine, Neue Rhein/Neue Ruhr-Zeitung, die Westfälische Rundschau und die Westfalenpost, die nach Verlagsangaben täglich eine Auflage von rund 870.000 Exemplaren erreichen. Auch im Ausland ist die WAZ-Gruppe aktiv.

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