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Verlagsgeschäft:Jäkel steigt in G+J-Vorstand auf

Julia Jäkel ist die neue starke Frau beim Großverlag Gruner + Jahr. Die 40-Jährige rückt in den Vorstand auf und übernimmt dort die Verantwortung für das Deutschlandgeschäft. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Buchholz verlässt das Gremium nach Streitigkeiten mit der Muttergesellschaft Bertelsmann.

Der Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr hat eine neue Führungsspitze. Der Aufsichtsrat des Unternehmens berief an diesem Donnerstag Julia Jäkel als Nachfolgerin des scheidenden Konzernchefs Bernd Buchholz in den Vorstand. Die 40-Jährige wird gemeinsam mit Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein und Finanzvorstand Achim Twardy gleichberechtigt die Geschäfte führen.

Julia Jäkel

Julia Jäkel rückt in den Vorstand von Gruner + Jahr auf.

(Foto: G + J)

Jäkel war bislang Verlagsgeschäftsführerin der Verlagsgruppe "G+J Life". In ihrer neuen Position soll sich die Ehefrau des langjährigen "Tagesthemen"-Moderators Ulrich Wickert um das Zeitschriften- und Digitalgeschäft von Gruner+Jahr in Deutschland kümmern.

Mit ihr habe man eine hervorragende Managerin mit hoher verlegerischer Kompetenz gefunden, erklärte Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Gruner+Jahr AG. Das Unternehmen sei nun bestens aufgestellt, um seine starke Position im europäischen und internationalen Mediengeschäft auszubauen und insbesondere die Digitalisierung von Inhalten und Marken voranzutreiben.

Zugleich bedankte sich Rabe bei Buchholz für dessen "erfolgreiche und engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren, auf die der neu zusammengesetzte Vorstand nun gesamtverantwortlich aufbauen wird". Buchholz dankte zum Abschied für die Jahre der Zusammenarbeit, die er als großes Privileg empfunden habe. Der 50-Jährige hatte in der Vorwoche bereits sein Mandat im Vorstand des Mutterkonzerns Bertelsmann niedergelegt. Medienberichten zufolge war die Bertelsmann-Führung mit Buchholz unzufrieden gewesen. In der Presseerklärung hieß es, man habe sich einvernehmlich getrennt.

Interne Querelen bei G+J

Während Buchholz die Geschehnisse am Hamburger Baumwall künftig nur noch aus der Ferne betrachten kann, ist Jäkel die neue starke Frau am Firmensitz an der Elbe. Sie freue sich auf die Aufgabe, erklärte Jäkel. "Gruner + Jahr Deutschland steht für Marken von großer publizistischer Tradition und für eine Vielzahl junger, erfolgreicher Medienprodukte."

Weniger gut ist die Stimmung derzeit in Teilen der Belegschaft. In einem offenen Brief drückte der Betriebsrat am Donnerstag seine Sorge über die künftige Ausrichtung des Verlagshauses aus und bat die Gesellschaftler um Stellungnahme. In dem Schreiben heißt es, dass intern angeblich über den Abbau von 400 Stellen gesprochen werde. Das Druck- und Verlagshaus Gruner+Jahr hat nach eigenen Angaben weltweit etwa 11.800 Mitarbeiter und erreicht Leser und Nutzer in mehr als 30 Ländern.

© Süddeutsche.de/dpa/feko/bön

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