Lieblingsserie: The Good Wife Düpierte Gattin

Rampenlicht und Skandale: Ridley Scotts Serie The Good Wife erklärt die betrogene Ehefrau eines prominenten Staatsanwalts zur modernen Heldin.

Von Gerti Schön

Wir haben sie oft gesehen in den letzten Jahren, jene düpierte Politikerfrau, die stumm und tapfer an der Seite ihres affärenbelasteten oder korrupten Ehemannes steht und still leidet. Die sich seine öffentliche Entschuldigung mit starrer Miene anhört und sich von ihm anschließend hinter die Kulissen führen lässt, wo sich das Drama ohne Kameras und öffentliche Wiedergutmachungs-Schwüre entfaltet.

Wo sich Zorn und Scham, Pflichtbewusstsein und Ratlosigkeit so privat wie gnadenlos entladen können. Vor allem in den USA haben sich die Skandale derart gehäuft, dass der Sender CBS eine ganze Fernsehreihe daraus gemacht hat, die nun in Deutschland auf Pro Sieben anläuft.

Hillary Clinton, Elizabeth Edwards und Jenny Sanford, sie alle standen Pate für das Projekt The Good Wife (übersetzt: Die gute Gattin) das von Regisseur Ridley Scott und seinem Bruder Tony produziert wird.

Doch die Fernsehheldin Alicia Florrick, gespielt von Julianna Margulies (Emergency Room), ähnelt im wirklichen Leben wohl am ehesten Silda Spitzer, der Frau des ehemaligen Gouverneurs von New York, Eliot Spitzer.

Ihr Mann - ein Staatsanwalt aus Illinois - wird ebenfalls im Bett mit einer Prostituierten erwischt. Wie Spitzer wird auch Peter Florrick (gespielt von Chris Noth) beschuldigt, seine Eskapaden mit öffentlichen Geldern finanziert zu haben, was Florrick (anders als Spitzer) prompt nachgewiesen wird und ihm eine Pritsche im Gefängnis sichert. Und wie Frau Spitzer hat auch Alicia Florrick ihre Karriere als Anwältin aufgegeben, um sich ganz der Familie zu widmen.

Steuern für Liebesdienste

Doch es gibt einen wichtigen Unterschied. Anders als bei den wohlhabenden Spitzers hat Peter Florrick seiner Familie finanziell nichts zu bieten, während er seine Strafe absitzt, und Alicia ist gezwungen, Arbeit für sich und die beiden halbwüchsigen Kinder zu suchen. Weil sie kaum Erfahrung vorzuweisen hat, landet sie als Anfängerin in einer angesehenen Anwaltskanzlei, die einem alten Freund von früher gehört. Hier kämpft sie nun gegen einen selbstbewussten Emporkömmling, der weder Familie hat, noch sich ständig um seinen Ruf sorgen muss, um eine Festanstellung.