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US-Serie: The Big C mit Laura Linney:Brave Highschool-Lehrerin

Laura Linney spielt die brave Highschool-Lehrerin, Ehefrau und Mutter Cathy Jamison, bei der Hautkrebs diagnostiziert wird - sie hat nach Angaben ihres attraktiven Arztes noch rund ein Jahr zu leben. Cathy also - und so wird aus dem Thema dann die Komödie - beschließt, niemandem etwas von ihrer Krankheit zu sagen und stattdessen das Leben noch einmal in vollen Zügen zu genießen.

Sie setzt ihren unreifen Ehemann vor die Tür, sagt ihrem noch unreiferen Sohn die Meinung, lässt sich einen Pool in den Garten graben, tut und sagt überhaupt alles, wonach ihr gerade ist. Es ist der teils komische, teils natürlich tragische Befreiungsschlag einer Frau, die nicht mehr einfach nur gut funktionieren will.

Auch wenn Laura Linney abwehrend die Hände hebt, von den Leistungen des Ensembles spricht und dabei natürlich besonders den neben ihr sitzenden Benjamin Hickey anstrahlt: The Big C ist allein ihre Serie. Zum einen natürlich, weil sie in jeder Szene zu sehen ist. Zum anderen, weil es an ihr liegt, dass dieser Spagat zwischen tödlicher Krankheit und Komödie nur ganz selten albern oder peinlich wirkt. Nicht jeder Schauspielerin sähe man gerne dabei zu, wie sie sekundenlang und genussvoll Rotwein auf das helle Sofa schüttet, das sie noch nie leiden konnte. Doch Laura Linney grinst wie ein Teufel im Schlafanzug und macht daraus einen Moment, den man sich selbst zuweilen gerne wünscht.

Laura Linneys Figuren sind hübsche, nicht so sehr erotische, sympathische, nicht eben glamouröse Frauen, eher kopf- als bauchgelenkt, und meistens stehen sie sich selbst im Weg.

In der britischen Weihnachts-Liebes-Episodenkomödie Tatsächlich... Liebe von 2003 spielte Linney eine mitteljunge Büroangestellte, die sich über Jahre für ihren behinderten Bruder aufopfert und dabei ganz vergisst, ein eigenes Leben zu führen. Sie spielt diese Rollen, auch Cathy, fabelhaft unangestrengt dahin, sie purzeln wie aus dem Leben gefallen in die Handlung. "In Bezug auf den Unterschied zwischen funktionieren und leben", sagt Linney, "habe ich tatsächlich etwas mit Cathy gemeinsam. Ich habe den größeren Teil meines Lebens damit verbracht, darüber nachzudenken und zu beobachten, wie Menschen leben, als tatsächlich selber zu leben."