US-Fernsehen:Im Dauerfeuer

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Seit 20 Jahren lebt Fox News sehr gut davon, seinen Zuschauern täglich eine schreckliche Welt zu präsentieren. Ausgerechnet Donald Trump sieht den Sender nicht als Freund.

Von Willi Winkler

Für die amerikanischen Fernseher vor dem 11. September 2001 hat sich in der Galerie unvergesslicher Bilder nichts so sehr eingeprägt wie die Verfolgungsjagd, die sich der ehemalige Footballspieler O. J. Simpson 1994 weniger mit der Polizei als mit den ihn lüstern verfolgenden Medien lieferte. Die Älteren erinnern sich vielleicht an das Attentat auf John F. Kennedy in Dallas, an den Abschied Richard Nixons aus dem Weißen Haus oder an die Explosion der "Challenger", aber das alles ist nichts gegen die von einem Hubschraubergeschwader im besten Apocalypse Now-Stil gefilmten Stunden auf dem Freeway von Los Angeles, als der populäre Star, der aller Wahrscheinlichkeit nach seine Frau getötet hatte, mit einer Waffe an der Schläfe alle anderen Nachrichten und ein entscheidendes Basketballspiel aus dem Fernsehen verdrängte. Die Angst- als Schaulust ist seitdem das tägliche Abendbrot.

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