Untersuchung im Fall Wedel Filmstudio Bavaria findet keine Belege für sexuelle Übergriffe durch Dieter Wedel

Schon im Februar hatte das ZDF seine Untersuchungen im Fall Wedel abgeschlossen.

(Foto: dpa)
  • Nach Auswertung von etwa 200 Akten kommt das Filmstudio Bavaria zu dem Schluss: Es liegen keine Beweise für sexuelle Übergriffe durch Dieter Wedel vor.
  • Die Bavaria äußert sich dennoch kritisch gegenüber dem Regisseur, Verhaltensweisen von Wedel gegenüber Mitarbeitenden seien nach dem heute gültigen Verhaltenskodex des Unternehmens nicht tolerabel gewesen.

Nach den schweren Vorwürfen gegen Dieter Wedel haben deutsche Produktionsfirmen und Sender damit begonnen, ihre vergangene Zusammenarbeit mit dem deutschen Regisseur zu untersuchen. Das Filmstudio Bavaria, das mit "Der König von St. Pauli" (1997), "Die Affäre Semmeling" (2001) und "Gier" (2009) drei von Wedels bekanntesten TV-Filmen produzierte, legt nun die Ergebnisse seiner internen Untersuchung vor: Das Rechercheteam kommt zu dem Schluss, "dass die in der Presse erhobenen Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs durch Dieter Wedel bei den genannten Produktionen nicht belegt werden können." So steht es in einer Stellungnahme, die dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel vorliegt.

Nach Angaben der Bavaria wurden etwa 200 Akten ausgewertet, außerdem wurde mit ehemaligen Mitarbeitern gesprochen, die bei den drei Wedel-Produktionen beteiligt gewesen waren. Aber auch wenn keine Belege für körperliche Übergriffe gefunden wurden, zeigt sich die Bavaria dem Regisseur gegenüber kritisch: "Es wird festgestellt, dass Verhaltensweisen von Dieter Wedel gegenüber Mitarbeitenden nach dem heute gültigen Verhaltenskodex der Bavaria Film Gruppe nicht tolerabel gewesen wären", heißt es in der Stellungnahme. Laut Unternehmenssprecher Sebastian Feuß hätten viele der Interviewten bestätigt, dass sich Wedel respektlos und cholerisch am Set verhalten habe.

Schon im Februar hatte das ZDF seine Untersuchungen im Fall Wedel abgeschlossen. Der Sender gab an, dass ihm keine Hinweise zu möglichen sexuellen Übergriffen des Regisseurs vorliegen. Viele Akten über Wedel-Produktionen sind jedoch nicht mehr vorhanden, weil die gesetzlichen Lagerzeiten von zehn Jahren bereits abgelaufen sind. Die internen Untersuchungen beim Saarländischen Rundfunk (SR), mit dem Wedel ebenfalls zusammengearbeitet hat, dauern noch an.

In zwei Artikeln der Wochenzeitung Die Zeit vom 4. und 25. Januar 2018 hatten mehrere ehemalige Schauspielerinnen Dieter Wedel sexuelle Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft München leitete Ermittlungen ein. Dieter Wedel weist die Vorwürfe zurück.

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