Mathias Döpfner gibt sich gern als Verteidiger der Meinungsfreiheit. In einer Zeit schlimmer links-woker Diskursverengung hält der Springer-Chef unbeirrt die gesamte Breite des Meinungskorridors auf – bis zu ihren Rändern. Unlängst plauderte er mit Holger Friedrich, dem Verleger der Berliner Zeitung, für den er durchaus lobende Worte fand („Disruptor“, „Eroberer“). Die Blätter seines Hauses stellt er zudem Autoren zur Verfügung, die drei Preisklassen darüber boxen. So druckte er Ende 2024 in der Welt einen Text des libertären US-Tech-Milliardärs Elon Musk, in dem dieser kurz vor der Bundestagswahl herzliche Sympathien für die AfD zum Ausdruck brachte. Zwölf Monate später konnte die Redaktion einen erwartungsgemäß ähnlich gelagerten Text von AfD-Gründer Alexander Gauland gerade noch verhindern. Verluste nimmt Döpfner dafür in Kauf. Der Musk-Text beispielsweise kostete die Welt einige Redakteure.
Springer-MedienEin Text, der klingt, als sei er vom Kreml selbst verfasst worden
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Die „Welt am Sonntag“ druckt einen Gastbeitrag des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Und das vier Wochen vor den Wahlen dort.
Von Sonja Zekri

Journalismus:„Ich finde, dass Sie auffallend oft Verständnis für die AfD, Russland und China haben“
Der Springer-Chef Mathias Döpfner diskutiert mit Holger Friedrich, dem Verleger der „Berliner Zeitung“, den Osten, den Westen und den Journalismus. Die beiden verstehen sich – bis Friedrich zwischen Putin und Trump keinen Unterschied finden will.
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