Süddeutsche Zeitung

Übernahmespekulationen:Will Springer die "Huffington Post" kaufen?

Die "Huffington Post" soll eine Milliarde US-Dollar wert sein - angeblich hat der Springer-Verlag nun Interesse an der amerikanischen Online-Zeitung.

Es würde ja irgendwie passen: Der Axel-Springer-Verlag als neuer Eigentümer der Online-Zeitung Huffington Post. In dieser Woche ist dieses Gerücht aufgekommen, gewissermaßen passend zur Ankündigung von Springer vor wenigen Wochen, mit Zukäufen verstärkt den englischsprachigen Markt ins Visier zu nehmen. Und passend zur Digital-Begeisterung gerade bei Springers Chef-Journalist Kai Diekmann, der auf langer Tour in den USA war, um die neuesten Trends aufzuspüren.

Jetzt will jedenfalls der meist sehr gut informierte US-Technik-Blog Recode nicht nur herausgegefunden haben, dass die HuffPo für eine Milliarde US-Dollar zu haben sei. Sondern auch, dass der deutsche Springer-Konzern Interesse habe. Ja, der Herausgeber von Bild und Welt sei sogar der ernsthafteste Kaufinteressent.

Hintergrund der Gerüchte ist der Verkauf von AOL, des aktuellen Mutterkonzerns der Huffington Post. Der US-Mobilfunkkonzern Verizon will den Internetpionier für 4,4 Milliarden US-Dollar übernehmen. Erfolg hatte der Konzern zuletzt vor allem mit dem mobilen Video- und Werbegeschäft, für das AOL eine Plattform hat. Für diese interessiert sich Verizon angeblich am meisten, nicht so sehr dagegen für Inhalte. Nicht so sehr also für die Huffington Post.

Vor zehn Jahren von Arianna Huffington gegründet, ist die Seite mittlerweile weltweit bekannt. Es gibt auch eine deutsche Version, die AOL in einem Joint Venture mit dem Burda-Verlag betreibt.

Spielt hier nun also bald Springer mit? Erhärten lässt sich das bislang nicht. Zu "Marktspekulationen" sage man nichts, erklärte ein Springer-Sprecher. Und AOL-Chef Tim Armstrong erklärt, dass AOL immer "ein Eigner" der Huffington Post bleiben werde. Das wiederum lässt Raum für die Annahme, dass zumindest Beteiligungen möglich sind.

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Quelle:
SZ vom 15.05.2015/cag
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