Findet Dorie
Animation, Sat 1, Samstag, 20.15 Uhr
Ein paar kleine Erinnerungsfetzen sind doch da, Bilder aus Kindheitstagen. Das ist mehr, als zu erwarten steht bei Dorie, dem Paletten-Doktorfisch ohne Langzeitgedächtnis. Sie hat in einem ersten Abenteuer geholfen, Nemo wieder zu finden, den verlorenen Clownfisch-Sohn. Ganz selbstlos, ihrer eigenen Familie hat sie das Abenteuer nicht näher gebracht. Aber jetzt hat sie zarte Anhaltspunkte, und diesmal sind es Nemo und sein Vater, die ihr hinterherschwimmen durch die Ozeane, um zu finden, was längst verloren schien: Geborgenheit. Der Traum von einem trauten Familienleben treibt auch Gru an, der in Ich - Einfach unverbesserlich 3 endlich die guten Seiten an sich entdeckt. Aber ein Ausstieg aus dem Gangster-Milieu ist ohne weiteres nicht drin für ihn - und so riskiert Gru ein doppeltes Spiel mit seinem schurkischen Zwillingsbruder Dru (RTL, Sonntag, 20.15 Uhr).
Jane Got a Gun
Western, Das Erste, Samstag, 23.50 Uhr
Eine Frau als Westerner, gezwungen, ihre Familie zu schützen, weil ihr Mann schon außer Gefecht gesetzt worden ist von Banditen, denen er selbst einmal angehört hatte: Natalie Portman spielt diese Jane, die sich nicht ein weiteres Mal Männern fügen will. Auch ein Western aus den 2010ern: Quentin Tarantinos Django Unchained. Der Regisseur tauscht die Weite des Wilden Westens teilweise gegen die Enge eines Kammerspiels (Pro Sieben, Sonntag, 22.45 Uhr). Dazu gibt es Klassisches aus den 1950ern: Henry Hathaways D er Garten des Bösen mit Gary Cooper (SWR, Samstag, 22 Uhr), Henry Kings Bravados mit Gregory Peck und Joan Collins (SWR, Samstag, 23.35 Uhr) und Der Mann aus Kentucky von und mit Burt Lancaster (SWR, Samstag, 20.15 Uhr). Der ist auch mit Vierzig Wagen westwärts unterwegs (Tele 5, Sonntag, 20.15 Uhr).
Vor der Morgenröte
Drama, One, Samstag, 21.40 Uhr
Ein zarter, zugleich ein gnadenloser Film; die zweite Regiearbeit von Maria Schrader. Der Schriftsteller Stefan Zweig im Exil, erst in New York, dann in Südamerika. Geflohen vor den Nazis und bis zum Äußersten bemüht, auch anderen herauszuhelfen aus Europa. Am Ende, im Februar 1942, ist die Verzweiflung so groß, dass er und seine Frau Lotte sich selbst töten. Schrader hat das sehr diskret gefilmt, als würde man selbst die Entdeckung der Leichen machen. Aber im Nebenzimmer sind schon die Ermittler, der Abschiedsbrief - auf Deutsch verfasst -, wird ihnen übersetzt. Josef Hader spielt Zweig, mit der ihm eigenen Verletzlichkeit im Blick. Es gibt wenige Schauspieler, die ihre Figuren inmitten anderer so verloren wirken lassen können. Gerade in der Beschränkung auf wenige Stationen findet der Film zu großer Stärke.
Der Marsianer
Sci-Fi-Abenteuer, Sat 1, Sonntag, 20.15 Uhr
Es muss schnell gehen. Ein Sandsturm bläst heran, damit ist auf dem Mars nicht zu spaßen. Zurück zur Erde, bevor es zu spät ist. Einer bleibt zurück, den die anderen für tot halten. Doch Mark Watney lebt, schwer verletzt. Auf einmal muss er alles selbst sein: Arzt - das ist Neuland für ihn -, Ingenieur und Biologe - davon versteht er etwas -, Videojockey seiner eigenen Eremitenexistenz - das lernt er. Ridley Scott inszeniert Matt Damon als allürenfreien Außendienstmitarbeiter der Nasa im Katastrophenfall. Rettung ist Jahre entfernt. Andererseits ist die Menschheit live dabei, und so ist Watney zugleich weit entfernt und ganz nah ... Vielleicht geht das eines Tages tatsächlich: Kartoffeln pflanzen auf dem Mars. An interstellare Fakten halten sich derweil vier Faszination Universum-Dokus (ZDF Info, Samstag, von 20.15 Uhr an).
